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AMS Wien

Kein Heimaturlaub? In Österreich nur schikaniert obwohl dann in Deutschland Invalidenpension zuerkannt wird

Aktiver Admin am Do., 09.11.2017 - 20:27
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(Schriftverkehr insgesamt Dezember 2016 - Februar 2017)

Hallo lieber Martin, entschuldige bitte, dass ich mich erst heute Melde, aber es hat sich einiges getan was meine Person betrifft.

Zuerst einmal meine Erfahrung und Erkenntnisse was einen Auslandsaufenthalt, wegen eines Familienbesuchs, betrifft.

Das ams ist der Meinung, dass ich mich abmelden MUSS, da ich dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen würde. Selbst auf die Erkenntnis hin, dass ich wegen meiner Krankheiten nicht vermittelbar bin.Du bemerkst den Widerspruch? Unglaublich, aber wahr.

Auf meine Aussage hin, dass die Nachsichtigkeit laut Menschenrecht eine Abmeldung nicht nötig machen würde, bekam ich die Antwort, dass zwischen Theorie und Realität ein Unterschied herrschen würde und man an die Gesetze gebunden sei.

Das ist die Erfahrung, die ich immer machen musste in Österreich. Man beharrt seitens der Behörden, gleich welcher Art, immer auf Gesetze und stellt die Menschenrechte hinten an. Es gibt auch seitens der Behördenmitarbeiter keinerlei Intention sich damit zu befassen, da man leicht seinen Job riskiert. Ich habe einen Mann kennen gelernt, der im Sozialministerium dieses zur Seite legte und die Menschen auch nach den gültigen Menschenrechten behandelte. Die Folge war, dass er in die Telefonzentrale versetzt wurde.

ABER.... am selben Tag des Besuchs beim AMS hatte ich ein Schreiben der Deutschen Rentenversicherung im Briefkasten. Nach sieben unendlichen Jahren hat man meine Berufsunfähigkeit anerkannt. In Deutschland, nicht in Österreich, wo eine Richterin noch immer der Meinung ist, ich könnte meinen Beruf als Restaurantfachmann auch mit Hemiparkinson weiter ausüben. Nun, das dürfte sich angesichts der Deutschen Entscheidung auch in Österreich erledigt haben. Wobei ich hier bis zum Sommer 2018 warten muss um einen erneuten Antrag zu stellen.

Ich hoffe Du/Ihr könnt mit meinen Aussagen etwas Bewegung in die Sache bringen. Denn andere Menschen leiden auch unter diesem Gesetzeswahn, der, wie ich immer sage, von den willfährigen Vollstreckern des Systems gnadenlos praktiziert wird.

Ich bin über gemeinsame Bekannte am Fortgang Eurer Projekte informiert und freue mich, darüber auch regelmäßig informiert zu werden.

Ich sage einfach mal, bis bald, alles Liebe und Gute,

Wolfi

Anmerkung Aktive Arbeitslose Österreich: Auch für Auslandsaufenthalte gibt es die Möglichkeit, um Nachsicht anzusuchen. Da die Europäische Menschenrechtskonvention und damit der Schutz des Familienlebens nach Artikel 8 im Verfassungsrang steht, hat das AMS für notwendige Familienzusammenkünfte die Nachsicht zu gewähren und den AMS-Bezug weiter zu zahlen.

Ausbildung zum Bürokraufmann bei bfi Übungsfirma

Aktiver Admin am Mo., 06.11.2017 - 16:19
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Nach meinen letzten positiven Bürokurs bei ZIB-Training, hatte ich beschlossen im Jänner 2017 die Zusatzprüfung zum Bürokaufmann, also einen zweiten Lehrabschluss, zu machen und hatte diese auch mit ‘‘bestanden‘‘ abgeschlossen. Ich sendete am selben Tag das Lehrabschlusszeugnis gleich an meine AMS-Beraterin die mir sogar gratulierte und mir tolle Jobangebote im Büro zukommen ließ. Bei der WKO-Wien erfuhr ich von einem anderen Lehrabschlusskandidaten, dass eine Übungsfirma genau das richtige für mich wäre wenn ich Berufserfahrung im Büro sammeln will. Er empfahl mir das BFI in der Rampengasse, da es dort speziell für kaufmännische Berufe die geeignetste Übungsfirma ist. Allerdings erfuhr ich dass es nur durch das AMS möglich ist dort hinein zu kommen, also wartete ich bis zu meinen nächsten Termin beim AMS.

Als ich den nächsten AMS-Termin hatte, erzählte ich meiner Beraterin vom zweiten Lehrabschluss und sie erinnerte sich daran dass sie mir gratuliert hatte. Ich sprach sie auf die Übungsfirma des BFI in der Rampengasse drauf an und argumentierte auch dass dies für mich das richtige sei um Berufserfahrung zu sammeln. Sie stimmte ganz überrascht zu und machte für mich einen Termin dort aus. Ich bedankte mich wirklich sehr bei ihr, da ich noch nie so eine nette und zuvorkommende AMS-Beraterin hatte, und ich hätte nicht damit gerechnet. In dem Schreiben dass sie mir gab, war der Termin für den Aufnahmetest drin, es dauerte aber fast einen Monat.

An dem Tag wo der Aufnahmetest stattfand kam ich pünktlich hin und die ersten 20 Minuten wurde nur mal so über die BFI-Übungsfirma geredet und auch wurde alles per Beamerpräsentation vorgestellt. Speziell fürs Büro gibt es eine Einkauf/Verkauf-Abteilung, Rechnungswesen, Buchhaltung und Import/Export. Es gibt dort auch speziell für Einzelhandelslehrabschlüsse auch Gruppen.  Auch gibt es dort eine nette Sozialpädagogin und zwei Mal in der Woche ist auch hier eine AMS-Beraterin im Haus, zu der man jederzeit vormittags gehen kann ohne Termin, wenn es AMS-bedingt Probleme gibt. Der Aufnahmetest war nichts weiter als ein Allgemeinbildungstest, der wirklich einfach war. Nach dem Test bekam ich gleich für den nächsten Tag einen Termin für ein Einzelgespräch.

Als ich am nächsten Tag das Einzelgespräch bei der Sozialpädagogin hatte wurde ich aufgrund meiner Erfahrung und Bildung in die Einkauf/Verkauf-Abteilung zugebucht, jedoch hieß es dass ich noch 2-3 Wochen warten müsse, da momentan alles belegt ist. Mir machte das natürlich nichts aus und war froh dass ich fix aufgenommen wurde. Ich bekam ungefähr 1 Woche nach dem Einzelgespräch den überraschenden Anruf dass was frei ist und ich am nächsten Montag anfangen könnte.

Die Einkauf/Verkauf-Abteilung ist ein ungefähr 50m2 großes Zimmer mit vielen PCs, jeder Teilnehmer kriegt einen eigenen PC mit Benutzerdaten. In den ersten 2 Wochen lernten wir das Warenwirtschaftsprogramm SAGE kennen, was für mich und viele andere fremd war, und auch wie die dortige Ablage funktioniert. Jeden Tag ist es vormittags Pflicht für alle Teilnehmer sich auf Jobsuche zu begeben. 1-2 Mal in der Woche gibt es, je nach Bedarf, Unterricht entweder EDV-mäßig oder wenn es darum geht im Warenwirtschaftsprogramm was Neues zu lernen. Auch gibt es 1 mal wöchentlich Englisch-Unterricht was aber rein freiwillig ist teilzunehmen.

Ich bin jetzt seit genau 8 Wochen dort (12 Wochen dauert es insgesamt) und meine Hauptaufgabe liegt in der Sachbearbeitung wo ich Kundenbestellungen bearbeite. Ich bin sehr zufrieden mit allen und kann dies nur weiterempfehlen an diejenigen die Berufserfahrung im Büro sammeln wollen.

Die Übungsfirma gleicht einer echten Firma, nur ist dort alles Simulant.

Anmerkung Aktive Arbeitslose: Das Gute und das Schlechte liegen beim AMS oft nahe beinander und es kommt natürlich auf die Situation und Bedürfnisse an, was für den einen gut ist, ist es für andere noch lange nicht. Daher: Sich immer möglichst genau informieren und nie etwas vorab ablehnen ohne zu wissen, was es ist. Daher besser selbst aktiv suchen, was zu einem passt!

Bericht über Infotag des Waff am 19.7.2017 über "Aktion 20.000 - neue Jobmöglichkeiten 50+"

Aktiver Admin am Mo., 24.07.2017 - 18:23
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Gedächtnisprotokoll anlässlich des Besuchs (19.07.2017) folgender Veranstaltung:

AKTION 20.000

NEUE JOBMÖGLICHKEITEN 50+

Ort: Rathaus Wien, Volkshalle und Arkadenhof Datum: 19.07.2017 9.00 – 15-00 Uhr Veranstalter: Stadt Wien, AMS, waff

Vorbemerkung:

Ich versuche, möglichst objektiv zu berichten, wenngleich jede Empfindung und jede Erinnerung natürlich auch subjektiv ist und manchmal ein bisschen Sarkasmus aufblitzt. Außerdem ist zu erwähnen, dass ich die Veranstaltung ohne „Einladung vom AMS“ (= quasi Zwang) besuchte – also aus rein „privaten“ Gründen: Ich wollte sehen, ob (trotz umfangreicher persönlicher Vorabinformation und folglich entsprechender Bedenken bezüglich der „Aktion 20.000“) -) einerseits wirklich so tolle Jobangebote (laut SPÖ) vorhanden sind und -) andererseits diese Veranstaltung vielleicht wirklich besser ist als die mir gutbekannten bisher jährlich im Herbst ebenfalls im Rathaus stattfindenden Job-Börsen (die ja nur schöner Schein waren, aber das ist ein anderes Thema!). Bei beiden Punkten hatte ich ja von Anfang an meine Zweifel! – Ob diese beseitigt werden konnten, kann man anhand des folgenden Berichts eruieren. > Der „gelernte (erfahrene) Arbeitslose“ kennt die Antwort wahrscheinlich ohnehin schon!

Bericht

Also: Auf zur Premiere von „Aktion 20.000“!

Ich besuchte die Veranstaltung absichtlich erst um 12.00 Uhr, da ich das von den bisherigen Jobbörsen bekannte und wieder befürchtete Szenario (ab Beginn bis meistens 11 Uhr) mir nicht antun wollte: bis zu 30 Min. Anstellen in Schlange und Blockabfertigung beim Einlass!

(Kenn´ ich dasselbe „Spiel“ nicht schon von einer anderen Veranstaltung auch? - Ach ja: z. B. damals - 2015 - weitere „Jobmeile“ im Caritas-Lager, 1050 Wien! - Und nein: es ist kein Straf-Lager! - Oder doch?! – Jedenfalls auch eine andere Geschichte.)

> Wahrscheinlich sicher nur wieder einer dieser berühmten sogenannten „Einzelfälle“!

Ich werde dabei den Eindruck nicht los, absichtlich als „Herdenvieh“ behandelt zu werden (damit man sich vielleicht auch als solches unbewusst empfindet), das dankbar und froh sein soll, dass ihm der „rechte Weg“ gezeigt und „Labung“ versprochen wird.

> Zu „Herdenvieh“ fällt mir auch die Bezeichnung „Stimmvieh“ ein, die ich schon vor langer Zeit von einem damals Bekannten (ein SPÖ-naher Rathausmitarbeiter) hörte, welcher damit die Wähler meinte und diesen Begriff wie ganz selbstverständlich benutzte. Das war Anfang der „Neunziger“! Gewisse geringschätzende Sichtweisen auf den einzelnen Menschen gab es ja schon immer – und gibt es leider noch immer, natürlich auch in anderen politischen Richtungen. (Aber zurück zum Thema, bevor ich mich gedanklich verlaufe!)

> Auf jeden Fall - so oder so - extrem entwürdigend!

Kurz nach 12.00 Uhr komme ich also zum Rathaus und finde Folgendes vor:

Dichtes Besucheraufkommen, aber keine Staus (mehr)! Schön! - Oder war es heute anders?

Im Arkadenhof gibt es als „Empfang“ einen relativ breiten Info-Stand (mit mindestens 4 Personen besetzt) für allgemeine Auskunft zur Veranstaltung und für die Bereitstellung von Info-Material und sogenannten „Bewerbungs-Bögen“ (mehr dazu später!).

Es sind im Hof viele kleine Tischchen und Sitzgelegenheiten vorhanden, die momentan alle besetzt/belegt sind. Die Leute dort haben viel Info-Material vor sich liegen, welches sie intensiv studieren, nicht wenige füllen diese Formulare/Fragebögen aus.

Neben dem Info-Stand stehen noch zwei weitere kleine, runde „Bar-Tischchen“: -) an einem ist die MA40 vertreten (mit 1 Person) -) am anderen die AK Wien (mit 2 Personen) (> hierzu auch später mehr)

Im Innenhof schwirren zudem mehrere Mitarbeiter als „fliegendes Personal“ umher, welche die Besucher ständig fragen, ob sie noch irgendwelche Auskünfte brauchen und ob sie das Bewerbungsformular schon ausgefüllt und abgegeben heben.

Ich entziehe mich diesen Fragen und gehe weiter in die Volkshalle:

Hier sieht man 4 farblich abgegrenzte Schwerpunktbereiche zu folgenden Branchen: -) 1 - Büro und IT -) 2 - Hilfstätigkeiten -) 3 - Sozialberufe -) 4 - Handwerk und Technik

In der Mitte des Raumes gibt es auch noch einen AMS-Infostand mit den bekannten Info-Blättern zu diversen Förderungen, e-AMS-Konto usw.

Bei den 4 Schwerpunktbereichen waren dann eigentlich jeweils nur der „waff“ und der „Fonds Soziales Wien“ (mit relativ viel Personal: mind. 5 Personen je Bereich) vertreten. Und wie erwartet, gab es keine direkten Jobangebote, sondern „nur“ Beratung.

Die Angebote/Job-Beschreibungen bekam man in Papierform - auf A4-Blättern gedruckt, wie man sie von anderen Börsen kennt -, die dann zu kleinen Sammlungen/Broschüren zusammengeheftet waren - eine für jeden der 4 Bereiche:

-) 1 - Büro und IT 36 Jobs/Stellenbeschreibungen (tlw. mehrfach zu vergeben !?) -) 2 - Hilfstätigkeiten 17 Jobs/Stellenbeschreibungen (tlw. mehrfach zu vergeben !?) -) 3 - Sozialberufe 9 Jobs/Stellenbeschreibungen (tlw. mehrfach zu vergeben !?) -) 4 - Handwerk u. Technik 10 Jobs/Stellenbeschreibungen (tlw. mehrfach zu vergeben !?) . Summe: 72 (unterschiedliche (!) Stellenbeschr.)

Und hier kommen dann die schon erwähnten „Bewerbungs-Fragebögen“ ins Spiel! Neben personenbezogenen Daten (inkl. SV-Nr.(!) und bestenfalls mit Lebenslauf) soll man mittels Job-Kenn-Nr. angeben, für welches Jobangebot (oder mehrere) man sich interessiert.

> Ergänzend erhält man auch eine „waff Datenschutzerklärung“ (A4-Infoblatt). - Diese ist in mehrerer Hinsicht etwas eigenartig: + kein Datum + kein Bezug zur aktuellen „Aktion 20.000“ (z. B. wird von Bedingungen wie „Erfüllung von . vereinbarten Beratungs- und Förderleistungen“, „Datenweitergabe an Personal suchende . Unternehmen“, … gesprochen/geschrieben – es sind keine ev. Einschränkung angeführt!) Vermutlich ist es die Standard-Datenschutzerklärung, die der „waff“ allgemein intern im Rahmen einer speziellen Zusammenarbeit verwendet.

Dieses Formular wird dann abgegeben und in weiterer Folge ausschließlich vom „waff“ bearbeitet – eine Reaktion auf die Bewerbung wird bis spätestens Ende August versprochen.

Ein allgemeines Infoblatt (Doppel-Bogen) zur „Aktion 20.000“ gibt es (natürlich) auch. Und hier findet man weitere „interessante“ Details (siehe unten).

Nachdem in der Volkshalle für mich also nichts Neues mehr zu erfahren ist, gehe ich wieder in den Arkadenhof, um „Stimmung einzufangen“: nach wie vor großer Besucherandrang - alle Tische sind besetzt - der Infostand ist weiterhin „belagert“. Nur an die „MA40“ und die „AK“ – wie gesagt, gleich daneben – wendet sich offenbar niemand. Fast habe ich Mitleid ob dieser „stiefmütterlichen Behandlung“ durch die Besucher und ich überlege, diese Personen mit ein paar allgemeinen Fragen zu beschäftigen.

In diesem Moment sehe ich die Damen Frauenberger und Draxl eintreffen, welche, sobald sie vom „fliegenden Personal“ gesichtet wurden, von ebendiesem überschwänglich begrüßt werden. Da ich zufällig gerade daneben stehe, sind einige Mitarbeiter anscheinend unsicher, ob ich zu den Damen gehöre und sie mich daher ebenfalls in den Begrüßungstrubel miteinbeziehen sollten. Ich kläre die Situation, indem ich einige Schritte zurücktrete. Beide wandern dann weiter in die Volkshalle.

Ich studiere inzwischen das allgemeine Infoblatt (Doppel-Bogen) zur „Aktion 20.000“ und die „interessanten“ Details dazu: Etwa: „Das AMS übernimmt für die Dauer von zwei Jahren die vollen Gehaltskosten. Die . Mittel dafür kommen aus der Arbeitslosenversicherung des Bundes.“ oder: „200 Jobs jetzt … Magistrat/Einrichtungen der Stadt Wien … ab 1.1.2018 wird die . Aktion ausgeweitet.“ Ich frag´ mich kurz: >>> Steht die Abkürzung „waff“ für Wiener ArbeitnehmerInnen- oder Wiener . ArbeitGEBERInnen-Förderungsfonds ? >>> Und zahl ich mir (bzw. wir alle) die „organisierte“ Arbeit nicht eigentlich selber nebst . reichlicher Förderung der betreffenden Job-Anbieter?

Im Gespräch mit AK und MA 40

- - - > Meine Gedanken kommen wieder auf den Boden der Realität: Die „ExpertInnen“ (lt. Infoblatt) von MA40 und AK sitzen nach wie vor einsam da und warten darauf, Service anbieten zu dürfen. Ich nütze also die Gelegenheit und möchte ihnen ein paar bewusst naive bzw. provokante Fragen stellen. (Ich weiß, dass der erste Ansprechpartner dafür direkt das AMS ist, aber ich will ja gerade, dass Stellen, die uns (auch) vertreten (wollen bzw. sollen), die Verwirrungen, Nöte und Sorgen des „kleinen Bürgers“ zu hören bekommen.

(Dass sich ab jetzt der interessantere Teil des Tages ereignen sollte, ahne ich noch nicht.)

Meine Fragen, Einwände und Hinweise:

  1. Warum sind die sichtlich seriös wirkenden, (meist) gut bezahlten (fast immer) Fulltime-Jobs nicht auch direkt über das AMS zu haben?
    Eigenartigerweise kam die für mich unlogische Antwort, dass diese eben durch die außergewöhnliche Förderung (zu 100 % und aus dem AMS-Topf - siehe oben!) und aus Gründen der Konkurrenzvermeidung zur Wirtschaft nicht über das AMS laufen.

  2. Aber: das AMS vermittelt doch diverse geförderte, zeitlich begrenzte, noch dazu prekäre (SÖBs, …) Jobs?
    Hier wurde es den Experten anscheinend schon zu viel und sie blockten ab. Ein Herr von der AK meinte, er sei eigentlich nur Spezialist für Pensions- und Arbeitslosenversicherung, und ich möge mich an Spezialisten in der AK wenden.

  3. Ich hielt dagegen, dass ich das schon versucht hätte, aber als Arbeitsloser (also ohne aufrechtes Dienstverhältnis) dort eher lieber abgewimmelt werde. Ich wollte auf die mangelnde Unterstützung hinweisen, falls man (vorübergehend) aus dem „System“ gefallen ist! Und ob das bestehende „System“ nicht generell viel vehementer zu hinterfragen und zu kritisieren sei.Naja, große Freude kam jetzt nicht auf: ich hatte den Eindruck, sie fühlten sich auf die Zehen getreten. Mit ein paar netten Smalltalk-Worten versuchte ich, die Situation zu retten. Die Experten wurden wieder gesprächiger, und irgendwie landeten wir beim Thema „Elektro-Mobilität – Vor- und Nachteile“. Auch nicht uninteressant!

  4. Ich versuchte, die Euphorie der Experten bezüglich besserer Luftqualität usw. zu bremsen, indem ich auch darauf hinwies, dass der Strom ja nicht einfach so aus der Steckdose kommt und „Mensch“ sich Gedanken machen sollte über den Konsum, den unbedachten Verbrauch (=Verschwendung), die Produktion, die Ressourcen, … und über den „Luxus“ bei uns auf Kosten vieler anderer Menschen..
    Meine Bedenken wurden zwar geteilt, aber mit Vorbehalt: Die Wirtschaft!!! - Gerade diese brauche ja viel „Energie“ (Strom, …), sonst wäre ja das zu unserem Wohl notwendige Wirtschaftswachstum nicht gesichert. Eigenartigerweise kam dann noch der Einwurf, nur durch weiteres Wachstum sei es erst möglich, dass die z. B. durch aufgenommene Kredite entstandenen Zinsen erwirtschaftet und gezahlt werden können. (… sagen die hier anwesenden Experten der AK! >???) – Ich glaub´, ich muss dringend das Thema wechseln.

  5. Ich kündige vorsichtig an, dass ich einen weiteren Kritikpunkt bezügl. AK und meine Enttäuschung darüber ansprechen will: Es geht um die neuen Strom-Zähler, die sogenannten „Smart-Meter“. Ganz aktuell (erst vor wenigen Tagen) hat die AK eine Stellungnahme dazu insofern abgegeben, dass sie zwar die Höhe der Opt-out-Möglichkeit (5%) kritisiere, weil zu niedrig, aber sich nicht generell gegen den „Zwang“ zum Einbau des neuen Geräts stelle – mit der begrifflich bekannt falschen Auslegung, dass das neue Gerät kein „Smart-Meter“ mehr sei, sobald die Datenübertragungsfunktion abgeschaltet ist (Opt-out).
    Hier gab es zwar vorsichtige Zustimmung, es wurden aber von beiden Herren sofort die Smartphones gezückt, um meine Behauptung, die vorerst zum Teil angezweifelt wurde, zu überprüfen. Kleinlaut gab man mir Recht mit dem Hinweis, dass dies nicht ihr Fachgebiet wäre und dass man nie alle Wünsche erfüllen könne bzw. man manchmal Kompromisse eingehen müsse. Hier musste ich wiederum einwenden, dass es mir dabei aber um den prinzipiell eingenommenen Standpunkt gehe – unabhängig von der Erreichbarkeit. Und hier sehe ich mich eben wieder einmal nicht von der AK vertreten. Außerdem ist es Zwang, ich vermisse die Freiwilligkeit!
    Mit dem Verweis darauf, dass es sehr wohl für manche Verbraucher (angeblich) praktisch und deshalb willkommen ist, wechselte ein AK-Mitarbeiter zu einem anderen (ähnlich gelagerten) Thema: ELGA - die elektron. Gesundheitsakte!

  6. ELGA: Dazu meinte ich, dass hier die Problematik genauso vorliege wie oben. Zuerst genereller Zwang, dann – wenn gewünscht – äußerst mühsames Opting-out, Datensicherheit hier wie dort nicht gegeben.
    Wieder wollten die Herren nur die Vorteile (die es ja bedingt gibt) hervorheben, jedoch auf die damit verbundenen Risiken und den Zwang eher weniger eingehen. Sogar das Thema „Organspende“ wurde von einem Kollegen ins Rennen geschickt - warum auch immer.

Übrigens: Die Dame von der MA40 beteiligte sich an dem Gespräch vorwiegend durch gelegentliches (zustimmendes?) Kopfnicken und allgemeines Bedauern bezüglich der Probleme, die es lokal und global gibt.

>>> Nachdem ich hier mehr als eine Stunde verbracht habe und bevor wir mit den Themen zu sehr abdriften, versuche ich, mich langsam zurückzuziehen, danke den Beteiligten für die Zeit, die sie mir gewidmet haben, und spreche die Hoffnung aus, dass ich nicht zu lästig war. Daraufhin meinte einer der Herren, dass er dafür ja (ohnehin) bezahlt werde. Vielleicht waren alle drei ja sogar froh, dass jemand da war, der für Abwechslung sorgt und dass der Tag schneller vergeht. In der Zeit meiner Anwesenheit hat jedenfalls niemand anderer Info oder Auskunft begehrt – ich habe also keinen aufgehalten oder gestört. Ist ja auch was! Ich hinterlasse noch den Wunsch an die beiden Herren, zurück in der AK in meinem Sinne „laut“ zu sein – nicht akustisch gemeint, sondern inhaltlich-kämpferisch.

>>> Nach ca. 2 Stunden Anwesenheit hier im Rathaus und mit Unterlagen versorgt gehe ich jetzt nach Hause – ich will ja noch diesen Bericht schreiben!

Mr. X

Wien, 19.07.2017

Rechtswidriger Fragebogen des BBRZ-Wien

Aktiver Admin am Sa., 08.07.2017 - 13:37
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Hier ist der aktuelle BBRZ-Fragebogen, bitte allen zukommen lassen (habe es extra für euch abgetippt):

Anmerkung: Unfassbar skandalöse Fragen, die man mit Sicherheit nicht beantworten sollte. Im Original waren übrigens 5 gravierende Rechtschreibfehler. Nur ein kleines Beispiel dafür, wie unprofessionell man dort vorgeht.

Das BBRZ ist zwar eine GmbH, jedoch Gesellschafter dieser GmbH ist ein Verein:

VEREIN ZUR FÖRDERUNG DER BBRZ GRUPPE (BBRZ GRUPPE)

Vereine haben so gut wie keine buchhalterische Pflichten und müssen keine Steuer bezahlen. Auch scheint nicht auf, wer Vereinsmitglied ist.


Fragebogen BBRZ:

Name: ____________________________

Versicherungsnr.: ____________________

Datum: ____________________________

Pat. Nr.: ___________________________

Angaben zu Ihrer Gesundheit:

Im Folgenden finden Sie einige wichtige Fragen zu Problemen, die Sie in den letzten 4 Wochen gehabt haben. Bitte beantworten Sie die Fragen möglichst mit JA oder NEIN.

1. Ist der Konsum von Alkohol derzeit zum Problem geworden? (JA/NEIN)

2. Nehmen Sie derzeit regelmäßig Drogen? (JA/NEIN)

3. Rauchen Sie (Zigaretten, etc.)? (JA/NEIN)

4. Fühlen Sie sich derzeit von einem ärztlich verschriebenen Medikament abhängig oder nahmen Sie mehr davon, als Ihnen verschrieben wurde (zB Beruhigungsmittel, Schmerzmittel)? (JA/NEIN)

5. Haben Sie derzeit Angst, allein das Haus zu verlassen, sich in einer Menschenmenge zu befinden, in einer Schlange anzustehen, in Gegenwart anderer Menschen zu sprechen, zu essen oder zu schreiben, mit dem Zug oder Bus zu fahren? (JA/NEIN)

6. Leiden Sie derzeit unter Gedanken oder Handlungen (wie Dinge kontrollieren oder wiederholt Hände zu waschen), die unsinnig waren und immer wieder kamen, auch wenn Sie es gar nicht wollten? (JA/NEIN)

7. Machen Sie sich unablässige Sorgen darüber, eine ernsthafte Erkrankung zu haben, die Ihre Ärzte bislang noch nicht erkannt und diagnostiziert haben? (JA/NEIN)

8. Kam es schon einmal vor, dass andere Menschen sagten, Sie seien zu dünn? (JA/NEIN)

9. Waren Sie in den letzten 4 Wochen nahezu jeden Tag niedergeschlagen oder bedrückt oder hatten kein Interesse bzw. keine Freude mehr an Dingen, die Ihnen sonst viel bedeutet haben? (JA/NEIN)

10. Haben Sie jemals schwere Lebensereignisse gehabt, an denen Sie heute noch leiden, die heute noch nachwirken? (JA/NEIN)

11. Haben Sie jemals ungewöhnliche Erlebnisse gehabt (zB Stimmen gehört, obwohl niemand da war, spezielle Kräfte gespürt, Gefühle von außen verfolgt beeinflusst oder beeinträchtigt zu werden)? (JA/NEIN)

 

Derzeit in Behandlung? (JA/NEIN)

Facharzt: _________________

Psychotherapeut: ___________

Anmerkung Aktive Arbeitslose Österreich: Laut geltender und gefestigter Rechtsprechung des Verwaltungsgerichtshof wie zum Beispiel im Erkenntnis GZ 2013/08/0280 müssen Fragen über medizinische Daten nicht beantwortet werden. Auch sonst dürfte nach wie vor beim BBRZ viele rechtlich NICHT gedeckt sein! Wir bitten daher um detaillierte Erfahrungsberichte und Unterlagen über diese Rechtsbrüche!

Wir bitten in solchen Fällen unbedingt eine Beschwerde bei der Datenschutzbehörde zu machen und eine Überprüfung der gesamten Datenverarbeitung zu beantragen!

Anmerkungen zur Dramaturgie des Rechtsstaates aus Anlass eines vom AMS Wien gegen einen Arbeitslosen angestrengten Strafprozesses wegen angeblicher Drohung

Aktiver Admin am Sa., 28.01.2017 - 12:09
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Prozessbeobachtung 23.1.2017

Klage wegen verbaler Gewaltandrohung gegen einen AMS Berater. Freispruch in dubio pro reo, im Zweifel für den Angeklagten, durch einen erfahrenen und recht speditiven Richter, weil Aussagegegen Aussage, ohne eindeutige Beweise oder Zeugenaussagen für eine Partei, obwohl die (junge, nicht sehr engagierte, eher gelangweilte) Staatsanwältin die Klage aufrecht hielt.

Grundsätzlich gilt für mich, wer sich nicht wehrt, lebt verkehrt. Aus eigenem Interesse und aus Solidarität mit Leidensgenossen sollten sich sehr wahrscheinlich sehr viel mehr Betroffene auch mit einem Gang vor Gericht gegen Willkür und Schikane wehren. Wie am Donnerstag von Karin erwähnt, sollte dafür die Hemmschwelle, oder Schwellenangst, gesenkt werden, auch durch Publizierung erfolgreicher Verhandlungen und einem leicht verständlichen Leitfaden, in dem einfache Regeln und Kenntnis von Verhandlungsabläufen in der Praxis dargestellt. Mit Hollywood hat diese Praxis, die sehr nüchtern, und, Pardon, furztrocken ist, nichts zu tun. Emotionen sind vor Gericht Sache und Gegenstand. Tatsachen, also das Tun und die Tat, auch das Wort ist Tat, sind das Material, das geprüft und verarbeitet wird.

Eine Gerichtsverhandlung kann durchaus als Inszenierung gesehen werden. Ein Theater, Rituale, ein Hofzeremoniell, und fixe Rollen, die kreativer Dramaturgie wenig Spielraum geben. Erfahrene Juristen können aber auch damit noch jonglieren, ohne dass es unerfahrenen Personen auffällt.

Ein Anwalt der AK lehnte 1998 in Bregenz die Einreichung einer Klage beim Verwaltungsgericht, für mich, gegen den Geschäftsführer des AMS Bregenz, mit zwei Begründungen ab. Erste, ich sei jetzt wieder in Österreich, nicht mehr in der Schweiz, und solle mich daran gewöhnen, (das tat ich bis heute nicht) zweite, ich hätte die naive Vorstellung von Gerechtigkeit vieler Menschen, die mit dem Gericht nichts zu tun habe. Ein Gericht sei in erster Linie eine Urteilsfabrik, von der man nur ein Urteil, aber nicht Gerechtigkeit erwarten könne. Was die Fabrik ausstösst, ist Ergebnis des Prozesses, der ein Prozess der Be- und Verarbeitung des jeweils vorhandenen Materials ist.

Anordnung der Bühne ist vorgegeben. Aktive vorne. In der Mitte der Richter. Rechts Kläger oder Staatsanwalt, links Verteidiger oder Beklagter, in der Mitte Beklagter oder Zeugen. Hinten passiv Beobachter, Vertreter der Öffentlichkeit, von denen Ruhe und Schweigen erwartet wird.

Der Richter eröffnet. Feststellung der Identität, Personalien, Gegenstand der Verhandlung, und erteilt das Wort. In dieser Verhandlung betonte er mehrmals, dass er hier der Boss sei, und dass es auch nur er sei, der feststelle, was richtig und was falsch. Gleich dazu der Hinweis, das Wort Lüge, und alles was damit zusammenhängt, Lügner, gelogen, verlogen, ist tunlichst zu unterlassen und wird vom Richter sofort gerügt. Lüge wird vom Richter indirekt festgestellt, als zutreffende oder nicht zutreffende Darstellung der Tat und Tatsache.

Wenn ein Staatsanwalt anwesend, verliest dieser erst die Klage. Sonst bringt der Kläger seine Klage vor. Danach wird das Wort wieder vom Richter erteilt. Seine Autorität sollte tunlichst anerkannt werden. Er macht seinen Job und setzt sich sowieso durch, das ist seine Funktion. Er wird Beschuldigten oder Verteidiger, allfällige Zeugen, zu den wesentlichen Punkten befragen und ihm noch nicht vorliegende Dokumente entgegen nehmen. Seine Fragetechnik ist professionell.

Antworten, die mit dem Gegenstand nichts zu tun haben, wird er meist sofort unterbrechen. Hier kommt ins Spiel, dass auch Richter nur Menschen sind, und wenn sie geneigt sind, hören sie sich auch leicht abweichende Ausführungen an, sofern sie lose zum Gegenstand gehören könnten, oder er sich nur ein Bild von der Persönlichkeit machen will.

Behauptungen sollten gut dokumentiert oder bezeugt sein. Dokumente und Zeugen, die nicht mit dem Gegenstand in Verbindung stehen, werden abgelehnt. Im Konjunktiv lassen sich doch einige Aussagen einschmuggeln, die als Behauptung kontraproduktiv wären. So äusserte ich als Kläger bei

meiner Verhandlung vor Arbeits- und Sozialgericht etwa, dass ich nicht mit absoluter Sicherheit ausschliessen wolle, dass es sich bei der Tat um eine absichtliche Schikane gehandelt haben könnte.

Unisono vom Richtertisch: Nein, das glauben wir nicht. Na, vielsagend. Glauben anstelle festgestellter zutreffender oder nicht zutreffender Tatsachen, auf deren Ermittlung locker verzichtet wird. Dem Ermessen des Richters bleibt viel Spielraum.

In der Verhandlung am 23. Januar war es die Klage des AMS, nicht des angeblichen Opfers, von der Staatsanwältin verlesen, die als Behauptung im Raum stand und hinterfragt wurde. Verneinung der

Tat durch den Beklagten, mit seiner Darstellung der Tatsachen. Danach kam der AMS Angestellte in die Mitte und wurde als betroffenes Opfer der Tat vom Richter befragt. Es wirkte auf eine Art sehr unvorbereitet, als wäre nicht wichtig, was er, recht allgemein, zur von ihm wiederholt festgestellten schwierigen Persönlichkeit des Beklagten aussagte, und konnte sich, mit im entschuldigenden Ton vorgebrachten Hinweis auf die Vielzahl der von ihm betreuten Kunden, wie viel er also arbeite, und der langen Zeit, die seit der Tat vergangen sei, nicht mehr genau erinnern. Habitus, Haltung, Gestik, Mimik und Tonfall, die sogenannte Body-Language, wird auch vom Richter genau beachtet, darauf kann man sich verlassen. Sie wird auch zur absichtlichen Beeinflussung verwendet, was jedem Richter besser bekannt, als den meisten Anwesenden, und er ist in Verhaltensbeobachtung, Verhaltensbeschreibung und Verhaltensdeutung geschult. Dass der AMS Berater, das Opfer, auffällig schlampig und diffus auftrat, kann aber durchaus auch vorbereitetes Schauspiel gewesen sein, zu dem er von Vorgesetzten instruiert und gecoacht wurde.

Interne Schulung und Weiterbildung in der Verwaltung ist vielleicht nicht auf dem neuesten Stand, aber sicher vorhanden. Schlampiges Auftreten Strategie zur Schadensvermeidung. Vage, nebulös, allgemein, ungreifbar bleiben, sich ja nicht festnageln lassen, eigene positive Seite, fleissig und vielbeschäftigt, hervorheben. Solche Strategien erkennen ist erfahrenen Richtern eine leichte Übung. Der AMS Berater wirkte wohl für jeden im Saal nicht überzeugend, noch nicht einmal vertrauens- oder glaubwürdig. Und das spielt schon eine Rolle. Das AMS krebste mit seinem Auftritt deutlich ersichtlich zurück.

Authentizität, echt und bei sich bleiben, nicht künsteln, nichts vorspielen, vortäuschen wollen, ist der beste Ansatz in einer Verhandlung. Geradlinigkeit und Aufrichtigkeit in der inneren Einstellung wird sich verbal und nonverbal positiv wahrnehmbar äussern und mehr Eindruck machen, als Eindruck schinden wollen. An dieser Verhandlung war der Angeklagte eindeutig authentisch. Mag auch dem Eindruck geschuldet sein, den ein erstmaliger Auftritt vor Gericht auf ihn gemacht hat.

Die Atmosphäre des Raumes, der Kostüme, der Dramaturgie, ist unwillkürlich emotional beeinflussend. Ehrfurcht gebietend? Wahrscheinlich auch so gewollt. Wenn eine Justiz keine Autorität und Achtung mehr geniesst, geht ihr Staat den Bach hinunter.

Eine Zeugin, die vom Richter bereits abgelehnt worden war, wurde auch während der Verhandlung von ihm nicht in den Saal gebeten. Sie musste draussen bleiben. Ihre Aussage betraf nur die Person des Beraters und andere Fälle, im Plural, in denen dieser ebenfalls verloren hatte. Das war für den Richter nicht relevant, weil nicht zum Fall gehörend. Ein Rechtsanwalt hätte mit Sicherheit gleich darauf hingewiesen und auf sie als Zeugin verzichtet. Ob ein Anwalt in diesem Fall nötig gewesen wäre, kann bezweifelt werden. Auch wenn die Staatsanwältin auf Anfrage des Richters die Klage aufrecht hielt, sie spielte einfach ihren Stiefel runter, ohne besonderes Engagement, es gehört einfach zum Stück, entschied der Richter sehr schnell und sehr kurz. Dazu erheben sich die Anwesenden. Nach Urteilsverkündung applaudierte eine Beobachterin. Auch das ist Hollywood und sollte tunlichst unterlassen werden. Der Richter reagierte prompt nicht sehr erfreut. Solche Einlagen könnte ein Anwalt ansprechen und im Voraus unterbinden.

Einfach, schnell und gut gelaufen. Ein Präzedenzfall für die Sache der Erwerbsarbeitslosen. Er sollte möglichst publik werden, das Monopol der „Hassprediger“ mit ihrem Sermon „Sozialschmarotzer“ auf dem Feld der Meinungsmache brechen. Durch ein Aha. Aha, das AMS verliert solche Prozesse auch. Wie nützlich eine Gegenklage wegen übler Nachrede ist, sollte aber doch mit erfahrenen Juristen abgeklärt werden.

Mir hätte ein Anwalt vor Bezirksgericht Bregenz sicher helfen können. Wenn. Wenn er engagiert gewesen wäre. Der damalige Kläger, AMS Berater W.M., bestritt, dass ein Stellenvorschlag von ihm die einzige 70% Stelle in den offenen Stellen war, und für mich von Anfang an sinnlos, was ihm voll bewusst gewesen sein musste. Denn ich hätte für eine 70% Stelle, Wintersaison in Lech, dort selber eine Unterkunft finden und mieten müssen, zusätzlich zu meiner Unterkunft in Nüziders,

weil der Arbeitgeber keine stellte. Offensichtliche Schikane, mich mit Stellenvorschlag für ein Kreuz bei: Nicht eingestellt., nach Lech zu hetzen.

Für die Klärung dieser Frage beauftragte der Richter aber eiskalt den AMS Berater, dieses Dokument zur nächsten Verhandlung beizubringen. Ich konnte nur zähneknirschend die Fäuste im Sack ballen. Mangels Anwalt. Der von mir der Lüge, also der nicht wahrheitsgemässen Aussage, bezichtigte AMS Berater versicherte am Beginn der nächsten Verhandlung treuherzig, er habe gesucht, aber nicht gefunden, weder im Papier-Archiv noch in den elektronischen Dateien. Der Richter drehte dabei Däumchen und sah schweigend aus dem Fenster. Vielleicht, nur eine Vermutung, schämte er sich sogar und ekelte sich vor der eigenen Gemeinheit in diesem üblen Dreckspiel. Es kam keine Nachfrage von ihm, wie das geschehen könne, und keine Frage nach dem Zeugen, dem Arbeitgeber in Lech. Am Landesgericht wurde dieser Punkt dann einfach unter Verfahrensmängel, im Plural, des Bezirksgerichtes subsummiert. Ein erfahrener und engagierter Anwalt an meiner Seite hätte das nicht so einfach durchgehen lassen. Aber er war jung, unerfahren, gestellter Pflichtanwalt, eher auf seine Karriere bedacht, als auf soziales Engagement für einen Niemand in einer läppischen Causa. Ich kam dennoch glimpflich davon. Gut, dass ich den Fall ans Landesgericht weiterzog. Allein die Tatsache der Berufung bewirkte etwas. Die Authentizität, mit der ich mich wehrte.

Ein engagierter Anwalt an der Seite kann also etwas bewirken. Auch der Umstand, in Begleitung gleichgesinnter Beobachter zu sein, stärkt den Rücken, gibt mentale Unterstützung und beeinflusst unterschwellig vermutlich auch das Gericht. Mit Prozessbeobachtern an der Verhandlung vor dem Bezirksgericht in Bregenz hätten Richter und AMS Berater ihr gemeinsames dreckiges Spiel mit dem verschwundenen Stellenvorschlag, sowohl im Papier-Archiv als auch in den elektronischen Dateien, was für ein Zufall aber auch, sehr wahrscheinlich unterlassen. Der Stellenvorschlag wäre als reine Schikane offenkundig geworden. Einen Tag und Reisespesen der sadistischen Ader eines AMS Beraters im Machtrausch geopfert. Aber es interessierte entweder wirklich kein Schwein, oder alle Beobachter, denen eine Teilnahme als Vertreter der Öffentlichkeit möglich gewesen wäre, kuschten und duckten, zogen den Schwanz ein, in unbestimmter Angst vor nebulösen möglichen negativen Folgen, wenn sie dort gesehen und beim AMS denunziert werden. Diese nebulösen, unbestimmten Ängste sollten offen angesprochen und überwunden werden. Sich in solidarischer Gemeinschaft wissen, die sich nicht versteckt, sondern geschlossen und selbstbewusst öffentlich auftritt, ist dabei sicher hilfreich. Eine Bestärkung für die Arbeit der Aktiven Arbeitslosen. Wer sich

nicht wehrt, wenn es darauf ankommt auch vor Gericht, lebt verkehrt. Fördert Willkür, Schikane und Gemeinheit, psychische Gewalt der Verwaltung gegen Bürger.

Von der Pensionsversicherung bekam ich übrigens noch einen Anruf. Der Ombudsmann entschuldigte sich bei mir in einem Ton, den ich eindeutig als verkapptes Schuldeingeständnis bezeichne, für die „unrichtige Erledigung“. Damit wird intern auch etwas in Bewegung gesetzt und verändert. Das geht in die interne Schulung und Weiterbildung ein, wirkt in die Zukunft, zukünftige Behandlung der Kunden, was beim AMS nötiger, dringender, als bei der PV.

Weiteres Material in Kürze!

Neue Wege ins Nichts (Erfahrungsbericht Sommer 2015)

Aktive Arbeits… am So., 09.08.2015 - 12:17
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Als ich dem AMS einmal einen Kurs vorschlug, der mir entsprach, hieß es nur: ''Wir sind kein Bildungsinstitut und können Ihnen nur einen Kurs anbieten der das finanziert.'' Daraufhin lag es in meiner freiwilligen Entscheidung ob ich das annehme oder nicht. Ich nahm es an und wartete bis der Kurs bei Ibis Acam startete. Der Kurs nannte sich NEUE WEGE.

Die ersten 3 Wochen ''CLEARING'':

Die ersten 3 Wochen bestanden hauptsächlich aus Rätselraterein und ausfüllen von Fragebögen. Man hatte auch einmal in der Woche Einzelgespräch mit Einzelcoach um zu schauen dass man extern wo einen Kurs machen kann. In meinem Fall heiß es ich solle zuerst ein Praktikum machen, da in der Vergangenheit Kurse finanziert worden sind, aber immer wieder abgebrochen wurden von Teilnehmern. Dann hatte ich einen sehr unfreundlichen ''Betriebskontakter'', der mir meine Arbeitsgeschichte gar nicht abkaufte und meinte ''es gibt immer zwei Versionen''.

Ich ließ aber diesmal bei all dem nicht locker und beschwerte mich nach den ersten 2 Wochen bei meinem AMS-Berater und schickte ihm auch einige der Kursunterlagen. Ich bekam auch dann zwei andere Betriebskontakter (Verkauf & Büro), die etwas freundlicher und verständlicher waren. Als dann nach wenigen Tagen meine Beschwerde an Ibis Acam ging, wurde mir dann von seitens des Kursleiters versichert, dass alles Mögliche getan wird um mir eine Weiterbildung zu gewährleisten.

Die letzte Woche des ''Clearings'' bestand auch hauptsächlich aus herumsitzen vorm PC. Auch sprach sich herum, dass es nicht fix sei, dass man was finanziert bekommt, da wenig Budget da sei. Die Trainer fragten sich sogar selber warum dann welche vom AMS hierher geschickt werden.

4+5 Woche ''BEWERBUNGSBÜRO:

Dort bestand der Alltag hauptsächlich aus herumsitzen vor dem PC mit Bewerbungen schreiben. Als ich einmal bei einer ''Betriebskontakterin'' war, die sehr freundlich und auch für Verkäufer zuständig war, meinte diese, dass meine Bewerbungsunterlagen sehr gut und sie sich auch nicht erklären kann warum es nicht klappt. Sie meinte dann ich solle ein Praktikum im Verkauf machen. ''EIN PRAKTIKUM IM VERKAUF?!'' dachte ich mir laut. Ich sagte ihr dann glatt dass dies für mich als ausgelernten Einzelhandelskaufmann mit Berufserfahrung unnötig sei und ich sicher nicht umsonst arbeiten gehe und mich nicht ausnutzen lasse. Daraufhin konzentrierten wir uns nur noch auf die Inhalte im Bewerbungsschreiben.

6-8 Woche ''KONFLIKTMANAGEMENT, VERKAUFSGESCHICK und SELBSTPRÄSENTATION''

In diesen 3 Kursen sitzt man nur den ganzen Tag und muss sich von den Trainern irgendwelches BlaBlaBla anhören was auch unnötig ist und zu nichts führt. Desweitern hat man auch die Wahl irgendwelche Geselschaftsspiele (wie Activity oder Würfeldspiele) zu spielen oder in den PC Raum zu gehen. Auch kann man wählen ob man sich irgendeinen Film anschauen will.

Ich spielte natürlich bei sowas nicht mit und machte mich wieter selbstständig mit meiner Suche nach einen Job im PC-Raum. Nach Wochenlangen Verhandlungen hatte es aber meine Einzelcoach geschafft mir einen Kurs meiner Wahl zu bewilligen, er zeigte mir auch die Buchung dafür. Aber ich müsse dafür 1 Woche das ''Clearing'' mitmachen da dies im zeitlichen Rahmen liegt und danach mein eigentlicher Kurs beginnt. Man möge gespannt sein was als nächstes kommt.

Das war meine Erfahrung mit Ibis Acam, aus meiner Sicht ein völlig unötiger und sinnloser Kurs wo man nichts lernt.