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AMS Esteplatz

AMS Esteplatz: Erste Erfahrungen und gleich eine Zuweisung zum Schichtdienst nach St. Pölten? (Mai 2015)

Aktiver Admin am Sa., 13.06.2015 - 09:55
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Es war Freitag 6:15 Uhr. Ich bereitete mich auf meinen ersten Betreuertermin beim AMS am Esteplatz, 1030 Wien vor, indem ich noch schnell duschte, mir einen Kaffee in die Thermoskanne goss und diesen zusammen mit einem Mathematik Buch in den Rucksack packte. Ich weiß noch von früher (2008), dass es trotz Termin oft eine Weile dauern kann, bis ich zum Berater reingelassen werde. Mein Termin war um 08:00 Uhr. Um 6:45 ging ich los. Denn ohne einen gültigen Fahrschein, und ohne ein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung zu haben, rechnete ich etwa mit einer Dreiviertelstunde Gehzeit. Auch war ich mir nicht sicher ob ich gleich hinfinde. Da ich das erste mal dort bin, gehe ich lieber etwas früher als später los, denn zu spät kommen wollte ich auf gar keinen Fall.

Um 7:30 kam ich bereits beim AMS an. Während ich draußen, dem Wetter ausgesetzt wartete, einen Schluck von meinem Kaffee trank und in meinem Buch ein wenig blätterte, fällt mir ein, dass mein Termin um genau 8:00 Uhr ist, jedoch geht um 8 Uhr erst das Tor unten auf. Also ist es mir schon rein technisch nicht möglich Pünktlich zu erscheinen. Abgesehen davon, habe ich das erste mal in diesem Gebäude einen Termin und möglicherweise muss ich meinen Berater noch suchen.

Das Tor wurde um 08:05 Uhr geöffnet. Etwa 20 wartende Personen traten drängelnd ein, wie eine wilde Herde welche Schutz im Stall suchte. Auch ich drängelte mich durch während ich, wie bei einem Mantra, den Namen meines Beraters und seine zugehörige Türnummer aufsagte, um diese nicht zu vergessen und schnellst möglichst die richtige Türe zu finden.

Die Treppen konnte ich nicht finden, also musste ich die langsamen Aufzüge nehmen, wo sich nun alle draußen wartenden Menschen gesammelt haben. Der erste Aufzug war bereits gestopft voll, also nahm ich den zweiten.

Im richtigen Stock angelangt, eilte ich zur Türe des Beraters und klopfte an. Es kam keine Antwort, also trat ich selbstständig ein.

Noch bevor ich Guten Morgen sagen konnte, ertönte eine scharfe Stimme :"Sind sie die Person XY ? Wir haben Sie bereits aufgerufen, wo waren Sie ?"

Ich erklärte, dass das Tor unten erst um 8:05 geöffnet wurde, und ich das erste mal in diesem Gebäude bin. "Na gut, setzen sie sich nieder", sagte der Betreuer schließlich.

Ich bemerkte, dass ein Lehrling oder ähnliches vor mir saß, und die eigentliche Betreuung von weiter hinten alles beobachtete und Befehle ausgab.

"Na wollen wir mal sehen ob diese Person die Broschüren auch gelesen hat und alles mitgenommen hat, was diese braucht.", sagte der Betreuer.

Dieser Satz wurde noch auf eine besondere Art seltsam als auch witzig, wie sich später herausstellte.

Während wir die ersten Formalitäten erledigten, kam plötzlich eine merkwürdige Bemerkung des weit hinten sitzenden Betreuers zu dem offensichtlichen Lehrling.

"Hast du diesen Gestank auch bemerkt? Ich glaube da stinkt ein Mitarbeiter heute wieder bestialisch. Hihihi".

Ich drehte mich kurz um, doch ich sah niemanden in der Nähe. Leise dachte ich : "Meinte diese Person vielleicht mich damit?” Ich habe mich jedoch nicht länger mit diesem Gedanken befasst und war danach nur ein wenig entsetzt bezüglich des Benehmens des Betreuers.

Schließlich fragte man mich : "Seit wann leben Sie mit Ihrem Partner zusammen? "

Ich antwortete darauf : "Seit ungefähr 2003."

Auf eine seltsame Art erfreut, und mit einem plötzlichen lächeln im Gesicht schrie der Betreuer hoch : "Ahh, dann haben Sie also früher beim AMS absichtlich gelogen, als Sie den Lebensstand 'geschieden' angegeben haben damit Sie mehr Geld von uns bekommen !"

Ich wies diese Beschuldigung empört zurück und antwortete:"Sie fragten mich seit wann ich bei dieser Person wohne und das tue ich tatsächlich seit 2003, jedoch lebte zu diesem Zeitpunkt die gesamte Familie meines jetzigen Partners noch dort, denn die Mutter war es, welche mich aufgrund meiner Notlage in Ihre Familie aufgenommen hat. Eine Beziehung habe ich mit dieser Person erst seit 2009 ! "

Ein wenig enttäuscht beruhigte sich der Betreuer wieder und lies mich einen Zettel unterschreiben auf dem stand, dass ich seit 2004 dort wohne aber erst seit 2009 eine Beziehung mit dieser Person habe.

Das erste Adrenalin war nun bereits in meinem Körper, ich wollte aber so ruhig und besonnen sein, wie nur irgendwie möglich, da ich weiß, dass die Betreuer gerne jemanden aus der Fassung bringen um ihm dann eine Sperre aufzuhalsen. Dies habe ich bereits aus der Zeit vor 2008 öfters beobachten können.

Schließlich verlief der Rest des Gesprächs etwas ruhiger, während man versuchte mich als Idioten dastehen zu lassen, mit kleinen stichigen Bemerkungen, die ein wenig sarkastisch als auch provokant geklungen haben, wie zum Beispiel "Das hätten Sie aber schon wissen müssen, dass Sie eine Lohnbestätigung Ihres Partners mitnehmen müssen!"

Oder : "Na nicht mal richtig ausgefüllt haben Sie Ihren Antrag!"

Kleine Bemerkungen, die einem das Gefühl vermitteln sollen, dass ich hier nichts zu melden habe und ein kleiner Idiot bin, der nun nach genau Ihren Regeln tanzen soll.

Das witzige an der Sache mit dem Formular und den mitgebrachten Dokumenten war, dass man mir genau aufgeschrieben hat was ich mitnehmen soll (in einer anderen AMS-Stelle, 4 Tage zuvor), und etwa noch einmal soviel wollte diese Betreuung von mir haben. Zu meinem Glück habe ich jedoch vor gedacht und hatte nahezu alle Dokumente mit genommen die ich besitze. Somit habe ich der Betreuung FAST alles aushändigen können, bis auf die Lohnbestätigung meines Partners.

Mit einer gereizt schnippischen Stimme wurde mir nun mitgeteilt: "Also ich gebe Ihnen einen Zettel mit, den muss Ihr Partner ausfüllen und vom Arbeitgeber unterzeichnen lassen. Das ist sehr wichtig! Vergessen Sie es das nächste mal nicht mitzubringen!"

Ich nickte und gab ein zartes “ja” als Antwort, denn mittlerweile fühlte ich mich ganz und gar nicht mehr wohl in meiner Haut. Meine schwitzigen Hände verkrampften, und ich begann zu zittern, während meine Atmung schneller und flacher wurde.

Ein wenig später kamen wir zum eigentlichen Punkt der ganzen Misere, den frei verfügbaren Stellen und meine Wünsche diesbezüglich. Obwohl zweiteres eher als eine Art der Beleidigung aufgenommen wurde als tatsächlich zu berücksichtigende Punkte in einer zufriedenen Arbeitgeber-Nehmer Vereinbarung.

"Können Sie als Schichtarbeiter tätig werden ?", fragte man mich.

Ich sagte, dass dies prinzipiell möglich sei, ich aber vor allem Teilzeitarbeit suche, da ich mich privat weiterbilden möchte, und noch Energie für mein Selbststudium benötige.

"Das können wir hier nicht berücksichtigen, und eine Person in Ihrer Lage muss alle Stellen die wir Ihnen zukommen lassen annehmen. Ich schicke ihnen jetzt einmal zwei Stellen an Ihre E-Mail Adresse wo Sie sich umgehend zu bewerben haben." sagte der Betreuer.

Ich stimmte zu, und hoffte das dieses Gespräch sehr bald enden würde, denn meine zuvor zuversichtliche und selbstbewusste Einstellung ist mittlerweile in eine ängstlich hilflose umgeschlagen.

"Gut, das war es für heute. Vergessen Sie nicht was Ihr Partner tun muss und stellen Sie sich umgehend bei diesen zwei Stellen vor. Außerdem gebe ich ihnen einen neuen Termin bei Ihrem Berufsberater am Donnerstag", sagte der Berater.

Ich bedankte mich, sammelte alle Unterlagen schnellstmöglich ein und verließ das Gebäude so rasch als möglich, denn ich brauchte dringend frische Luft und musste mich bewegen um mich wieder rasch beruhigen zu können.

Zuhause prüfte ich meine E-Mails und bekam nur eine Stelle, anstatt zwei zugeschickt. Weiteres bemerkte ich auch, dass der Termin beim Berufsberater am Donnerstag nicht die Woche darauf, sondern erst 3 Wochen später sein soll, was mich sehr verwirrte und was ich noch prüfen sollte bevor der nächste Donnerstag eintritt.

Das Stellenangebot welches mir zugeschickt wurde, war als Produktionsarbeiter in St. Pölten (soweit ich das raus lesen konnte) in der dritten und vierten Schicht. Es stand ausdrücklich darauf, dass ein eigenes Kraftfahrzeug für diesen Beruf notwendig sei, wenn man nicht in St. Pölten wohnt, welches ich nicht besitze, und das etwa 8,53€ brutto / Stunde dafür bezahlt werden würde.

Als ich die Wegstrecke grob über den Daumen berechnete fiel mir auf, dass ich alleine 1 Stunde mit der Bahn fahren müsste (Der Weg zur Bahn nicht mitgerechnet), mir die Fahrkarten über 18€ kosten würden und das die letzte Bahn um 19:10 und die erste um 5:08 fahren würde. Ich war entsetzt, dass dies das einzige war, was das AMS mir zumuten konnte, da ich sehr viele verschiedene Ausbildungen bereits hinter mir habe und diese Arbeit eindeutig unzumutbar für mich sei. Eine klarstellende Antwort habe ich bis jetzt nicht erhalten, aber dafür zwei weitere Stellenangebote.

Eines war eine Vorauswahl als Haustechniker (40 Std für 1.450 €) was sich akzeptabel angehört hat, jedoch leider bereits vergeben war. Wieso weiß das AMS nicht ob eine eigene Vorauswahl bereits zu Ende ist und der Job bereits vergeben? Egal, es war ja noch ein zweites Angebot dabei. Im Wiener Würstelprater, ausgeschrieben als Kassakraft für Vollzeit 1.012 € im Monat. Natürlich habe ich mich sofort beworben und es wäre sogar zu einem Vorstellungsgespräch gekommen, wenn da nicht das Problem gewesen wäre das es keine Stelle als Kassakraft, sondern eine als Entertainer/ Moderator gehandelt hat. Ich hätte in diesem Job (von 10:00 bis 23:00 Uhr Montag bis Sonntag) ein Glücksspielmoderator sein sollen, wie man Sie auch im Fernsehen kennt bei den dubiosen nächtlichen Glücksspielsendungen.

Als ich der Dame mitteilte das ich sehr nervös werde wenn ich in der Öffentlichkeit frei reden muss und schnell den faden verliere, antwortete Sie mir das alle Stellen als Kassakraft bereits vergeben seien und dies die einzige offene Stelle sei, die Sie mir anbieten könnte. Merkwürdig, da ich mich ja auch als Kassakraft beworben habe und die Stelle auch als solche ausgeschrieben war. Ich bin schon sehr gespannt welch neue Abenteuer ich beim AMS Esteplatz erleben darf und vielleicht schreibe ich sie auch wieder nieder.

Anmerkung Aktive Arbeitslose: Erst bei genaueren Lesen des Stelleninserats stellts sich heraus, dass die von derSt. Pöltener Leiharbeitsfirma "personalkraft personalmanagement" ausgeschriebene Stelle im "Raum Wien und westlich von Wien" sei, was immer das heißen mag ... Eine deutlich lesbarere Gestaltung der AMS-Stellenzuweisungen wäre wünschenswert!

Vorsicht vor überfallsartigen Besuchen von AMS-Mitarbeitern bei der Wohnung Ihrer Freunde! (Winter 2014/15)

Aktive Arbeits… am Mo., 06.01.2014 - 13:44
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Ich bin heute Zeuge von einer empörenden Situation gewesen. Es geht um eine (unglaubliche) AMS- Geschichte.

Heute gegen 9:30 habe ich vor dem Haus seiner Freundin ein Freud getroffen. Es war niemand im Sicht, die Strasse war leer und wir sind mit dem Lift nach oben gefahren. Während mein Freund die Schlüsseln suchte, ist ein Mann von unten gekommen und hat ihm mit seinem Familiennamen angesprochen. Der Mann hat sich als AMS-Angestellte vorgestellt (von der AMS-Rechtsabteilung) und wolltet mit meinem Freund ein Gespräch führen. Er war eindriglich, karg und unangenehm. Er hat gebeten, die Wohnung betreten zu dürfen. Es ging - wie sich erst später heraus stellte - um eine Überprüfung einer angeblich vorliegenden Lebensgemeinschaft. Die Freundin meines Freundes arbeitet und war nicht anwesend. Mein Freund ist aber wohl arbeitslos und bezieht die Mindestsicherung.

Das erste Problem: Mein Freund ist aber gar nicht dort angemeldet, kriegt dort keine Post oder Sonstiges usw.: Wie ist der Mann vom AMS dazu gekommen dort nachzuschauen?

Der Mann hat eine Aktenmappe geöffnet und hat jede Menge Fragen gestellt :

  • Wieso mein Freund Arbeitsgewände tragte (es gefällt ihm so zu spazieren)
  • Ob er ein Führerschein hat (hat kein, ist genommen worden, hat nicht wiederbeantragt)
  • Er hat den Ausweis des Freundes verlangt, wollte aber unbedingt den Reisepass sehen (wahrscheinlich wegen ausländischen Zoll Stempeln) (Der Ausweis ist in seiner eigenen Wohnung, es wird ihn aber wahrscheinlich nicht finden und eine Verlustanzeige machen müssen)
  • Er wollte unbedingt wissen, wem das Auto vor dem Haus gehörte (das Auto gehört seiner Freundin) und ob er oft das Auto der Freundin fahre (Tatsächlich fährt er ab und zu mit, hat aber verneint weil er keinen Führerschein hat)
  • Wem die Haustieren gehörten (Alle Hautiere gehören seiner Freundin)
  • Wo die Freudin arbeitet, was für Job, ob sie seine Freundin ist, und was für Freundin, Beziehung usw. (ist eine gute Bekannte)
  • Warum er die Wohnungsschlüssel hatte (er kümmert sich auf die Tiere wenn die Freundin arbeitet)
  • Er wollte in das Schlafzimmer (das ist verweigert worden)
  • Er hat zwei mal nach den Lebenskosten meines Freundes gefragt (Miete, Versicherungen usw.)
  • Was mein Freund hier mache (er ist oft da, unter Andere um die Tiere aufzupassen)

Kurz: Ein schlechter Detektiv, wie man ihn aus billigen TV-Serien kennt. Er arbeitet in der Rechtsabteilung (Erhebungsdienst) bei der Landesgeschäftstelle Ungargasse 37

Der AMS-Maitarbeiter hat gesagt, dass er mehrmals an der offiziellen Adresse meines Freundes gewesen sei und dass er ihn dort nicht angetroffen habe. Stattdessen habe er den Hausmeister und ein (paar) Nachbarn gefragt.

Er hat ständig in seiner Arbeitsmappe geguckt. Mir ist aufgefallen, dass er mehrere Protokolle (Befragungsprotokolle?) drinnen gehabt hat … Noch unglaublicher, hat er drinnen auch eine Visitenkarte von einem Reisebüro gehabt, wo mein Freund (Gestern!) sich ein Katalog geholt hat. Es schaut so aus dass er meinen Freund seit ein Paar Tage beobachtet! Er hat auch angeblich Zeugen, die sagen, dass mein Freund seit 3 bis 4 Jahren bei seiner Freundin wohnt, was freilich nicht stimmt … (im übrigens, wohnt die Freundin gegenüber der AMS Geschäftsstelle im 3. Bezirk)

Es geht um höchstens 500 € Notstandshilfe!

Er hat ihm ein Protokoll unterschreiben lassen (siehe Antworten, in kursiv, oben) und hat ihm eine Vorladung vor einer Kommission, Ungargasse, für Donnerstag, drei Tage später, überreicht: Überprüfung Vorliegen einer Lebensgemeinschaft.

Eine kleine Recherche hat ergeben dass eine Beziehung, nicht als Lebensgemeinschaft zu bewerten ist. Unter einer Lebensgemeinschaft, gleich ob verschieden- oder gleichgeschlechtlich, versteht die Rechtssprechung in Österreich eine länger andauernde monogame Partnerschaft eines Paares in Form einer Wohn-, Wirtschafts- und Geschlechtsgemeinschaft.

  • Er hat eine Wohnung, in Wohnung der Frau, war wirklich nichts zu sehen, das ein Mann dort wohnt (der Sohn seiner Freundin wohnt dort).
  • Jeder hat ein eigenes Bankkonto und wenn die gemeinsam etwas unternehmen, werden die Kosten geteilt.

Meiner Einschätzung nach liegt hier keine Ehe ähnliche Beziehung bzw. auch keine Lebens- und Wirtschaftsgemeinschaft . Aber was tun?

Nachtrag:

Dank der raschen und kompetentne Hilfe des Vereins "Akitve Arbeitslose Österreich" hat sich die Situation umgedreht. Das AMS hat sofort und ohne Schhwieriegkeiten zu machen die ursprüngliche Bezüge wiederbezahlt.

Sich wehren lohnt sich!

Danke Aktive Arbeitlose!

Anmerkungen Aktive Arbeitslose Österreich:

Der Fall ist noch nicht abgeschlossen. Wir werden auf jeden Fall noch weiter darüber berichten. Bei einer Akteinsicht entblödete sich die Landesgeschäftsstelle nicht, massive Schwärzungen in den Protokollen der Einvernehmungen der vermutlichen DenunziantInnen vorzunehmen, mit dem Hinweis auf den Datenschutzes, obwohl hier entsprechend dem Datenschutzgesetz sehr wohl berechtigte Interessen an der Datenweitergabe bestehenDas AMS genau diese Informationen im Rahmen des Parteiengehörs dem Betroffenen vorhalten und darf sie eben nicht vor den "Beschuldigten" verheimlichen!

Rechtlich ist zu den oben geschilderten Vorgängen anzumerken:

  • Augenscheine müssen zwar nicht angekündigt werden, Sie können aber den Zutritt zu Ihrer Wohnung grundsätzlich verweigern. Das AMS muss dann eben auf Grund der sonst vorliegenden Informationen entscheiden. Sie können natürlich einen neuen Termin, bei dem alle beteiligten Personen anwesend sein können (am, besten mit Zeugen) anbieten. Dabei können Sie selbstverständlich den Zugang zu bestimmten Räumen, wie Schlafzimmer verweigern. Auch darf bei einem Augenschein der/die AMS-MitarbeiterIn nicht in Kästen oder andere verschlossene Gegenstände schauen.
  • Im konkreten Fall hat der AMS-Mitarbeiter auch eine Befragung gemacht, die an sich nur in einer mündlichen Verhanldung gemacht werden darf, zu der die Behörde rechtzeitig unter Nennung des Gegenstandes der Einvernahme zu laden hat, damit Sie sich auch darauf vorbereiten können (siehe: Niederschrift, mündliche Verhandlung, Ladung).
  • AMS MitarbeiterInnen dürfen bei einem Augenschein auch keine Ausweiskontrolle durchführen, diese liegt nach wie vor in der alleinigen Kompetenz der Polizei.

AMS-Kurse: "Wurde nie gefragt ..."

Aktiver Admin am Sa., 05.01.2013 - 00:50
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Es war Freitag 6:15 Uhr. Ich bereitete mich auf meinen ersten Betreuertermin beim AMS am Esteplatz, 1030 Wien vor, indem ich noch schnell duschte, mir einen Kaffee in die Thermoskanne goss, und zusammen mit einem Mathematik Buch, in den Rucksack packte. Ich weiß noch von früher (2008), dass es trotz Termin oft eine Weile dauern kann, bis ich zum Berater reingelassen werde. Mein Termin war um 08:00 Uhr.

Um 6:45 ging ich los, denn ohne einen gültigen Fahrschein, und ohne ein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung zu haben, rechnete ich etwa mit einer dreiviertelstunde Gehzeit, und da ich mir nicht sicher war ob ich gleich hin finde, da ich das erste mal dort bin, gehe ich lieber etwas früher als später los, denn zuspät kommen wollte ich auf gar keinen Fall.

Um 7:30 kam ich bereits beim AMS an. Während ich draussen, dem Wetter ausgesetzt wartete, einen Schluck von meinem Kaffe trank und in meinem Buch ein wenig blätterte, fällt mir ein, dass mein Termin um genau 8:00 Uhr ist, jedoch geht um 8 Uhr erst das Tor unten auf. Also ist es mir schon rein technisch nicht möglich Pünktlich zu erscheinen. Abgesehen davon, habe ich das erste mal in diesem Gebäude einen Termin und möglicherweise muss ich meinen Berater noch suchen.

Das Tor wurde um 08:05 Uhr geöffnet. Etwa 20 wartende Personen traten drängelnd ein, wie eine wilde Herde welche Schutz im Stall suchte. Auch ich drängelte mich durch während ich, wie bei einem Mantra, den Namen meines Beraters und seine zugehörige Türnummer aufsagte, um diese nicht zu vergessen und schnellstmöglichst die richtige Türe zu finden.

Die Treppen konnte ich nicht finden, also musste ich die langsamen Aufzüge nehmen, wo sich nun alle, draussen wartenden Menschen gesammelt haben. Der erste Aufzug war bereits gestopft voll, also nahm ich
den zweiten.

Im richtigen Stock angelangt, eilte ich zur Türe des Beraters und klopfte an. Es kam keine Antwort, also trat
ich selbstständig ein. Noch bevor ich Guten Morgen sagen konnte, ertönte eine scharfe Stimme: "Sind sie die Person XY? Wir haben Sie bereits aufgerufen, wo waren Sie?"

Ich erklärte, dass das Tor unten erst um 8:05 geöffnet wurde, und ich das erste mal in diesem Gebäude bin.

"Nagut, setzen sie sich nieder", sagte der Betreuer schließlich. Ich bemerkte, dass ein Lehrling oder ähnliches vor mir saß, und die eigentliche Betreuung von weiter hinten alles beobachtete und Befehle ausgab.

"Na wollen wir mal sehen ob diese Person die Broschüren auch gelesen hat und alles mitgenommen hat, was
diese braucht.", sagte der Betreuer. Dieser Satz wurde noch auf eine besondere Art seltsam als auch witzig, wie sich später herraustellte.

Während wir die ersten Formalitäten erledigten, kam plötzlich eine merkwürdige Bemerkung des weit hinten sitzenden Betreuers zu dem offensichtlichen Lehrling. "Hast du diesen Gestank auch bemerkt? Ich glaube da stinkt ein Mitarbeiter heute wieder bestialisch. Hihihi".

Ich drehte mich kurz um, doch ich sah niemanden in der Nähe. Leise dachte ich: "Meinte diese Person vielleicht mich damit?” Ich habe mich jedoch nicht länger mit diesem Gedanken befasst und war dannach nur ein wenig entsetzt bezüglich des Benehmens des Betreuers. Schließlich fragte man mich : "Seit wann leben Sie mit Ihrem Partner zusammen? "

Ich antwortete darauf: "Seit ungefähr 2003."

Auf eine seltsame Art erfreut, und mit einem plötzlichen lächeln im Gesicht schrie der Betreuer hoch :

"AHH, dann haben Sie also früher beim AMS absichtlich gelogen als Sie den Lebensstand geschieden angegeben haben damit Sie mehr Geld von uns bekommen !"

Ich wies diese Beschuldigung empört zurück und antwortete:"Sie fragten mich seit wann ich bei dieser Person wohne und das tue ich tatsächlich seit 2003, jedoch lebte zu diesem Zeitpunkt die gesamte Familie meines jetzigen Partners noch dort, denn die Mutter war es, welche mich aufgrund meiner Notlage in Ihre Familie aufgenommen hat. Eine Beziehung habe ich mit dieser Person erst seit 2009 ! " Ein wenig enttäuscht beruhigte sich der Betreuer wieder und lies mich einen Zettel unterschreiben auf dem stand, dass ich seit 2004 dort wohne aber erst seit 2009 eine Beziehung mit dieser Person habe.

Das erste Adrenalin war nun bereits in meinem Körper, ich wollte aber so ruhig und besonnen sein, wie nur irgendwie möglich, da ich weiß, dass die Betreuer gerne jemanden aus der Fassung bringen um ihm dann eine Sperre aufzuhalsen. Dies habe ich bereits aus der Zeit vor 2008 öfters beobachten können.

Schließlich verlief der Rest des Gesprächs etwas ruhiger, während man versuchte mich als Idioten dastehen zu lassen, mit kleinen stichigen Bemerkungen, die ein wenig sarkastisch als auch provokant geklungen haben, wie zum Beispiel "Das hätten Sie aber schon wissen müssen, dass Sie eine Lohnbestätigung Ihres Partners mitnehmen müssen!"

Oder : "Na nichtmal richtig ausgefüllt haben Sie Ihren Antrag!"

Kleine Bemerkungen, die einem das Gefühl vermitteln sollen, dass ich hier nichts zu melden habe und ein kleiner Idiot bin, der nun nach genau Ihren Regeln tanzen soll.

Das witzige an der Sache mit dem Formular und den mitgebrachten Dokumenten war, dass man mir genau aufgeschrieben hat was ich mitnehmen soll (in einer anderen AMS-Stelle,4 Tage zuvor), und etwa noch einmal soviel wollte diese Betreuung von mir haben. Zu meinem Glück habe ich jedoch vorgedacht, und nahm nahezu alle Dokumente, die ich besitze mit. Somit habe ich der Betreuung FAST alles aushändigen können, bis auf die Lohnbestätigung meines Partners.

Mit einer gereizt schnippischen Stimme wurde mir nun mitgeteilt : "Also ich gebe Ihnen einen Zettel mit, den muss Ihr Partner ausfüllen und vom Arbeitgeber unterzeichnen lassen. Das ist sehr wichtig! Vergessen Sie es das nächste mal nicht mitzubringen!"

Ich nickte und gab ein zartes “ja” als Antwort, denn mittlerweile fühlte ich mich ganz und gar nichtmehr
wohl in meiner Haut. Meine schwitzigen Hände verkrampften, und ich begann zu zittern, während meine
Atmung schneller und flacher wurde.

Ein wenig später kamen wir zum eigentlichen Punkt der ganzen Misere, den frei verfügbaren Stellen und meine Wünsche diesbezüglich. Obwohl zweiteres eher als eine Art der Beleidigung aufgenommen wurde, als tatsächlich zu berücksichtigende Punkte in einer zufriedenen Arbeitgeber-Nehmer Vereinbahrung.

"Können Sie als Schichtarbeiter tätig werden ?", fragte man mich.

Ich sagte, dass dies prinzipiell möglich sei, ich aber vor allem Teilzeitarbeit suche, da ich mich privat weiterbilden möchte, und noch Energie für mein Selbststudium benötige.

"Das können wir hier nicht berücksichtigen, und eine Person in Ihrer Lage muss alle Stellen die wir Ihnen zukommen lassen annehmen . Ich schicke ihnen jetzt einmal zwei Stellen an Ihre E-Mail Adresse wo Sie sich umgehend zu bewerben haben." sagte der Betreuer.

Ich stimmte zu, und hoffte das dieses Gespräch sehr bald enden würde, denn meine zuvor zuversichtliche und selbstbewusste Einstellung ist mittlerweile in eine ängstlich hilflose umgeschlagen.

"Gut, das war es für heute. Vergessen Sie nicht was Ihr Partner tun muss und stellen Sie sich umgehend bei diesen zwei Stellen vor. Ausserdem gebe ich ihnen einen neuen Termin bei Ihrem Berufsberater am Donnerstag ", sagte der Berater.

Ich bedankte mich, sammelte alle Unterlagen schnellstmöglich ein und verließ das Gebäude so rasch als möglich, denn ich brauchte dringend frische Luft und musste mich bewegen um mich wieder rasch beruhigen zu können.

Zuhause prüfte ich meine E-Mails und bekam nur eine Stelle, anstatt zwei zugeschickt. Weiteres bemerkte ich auch, dass der Termin beim Berufsberater am Donnerstag nicht die Woche darauf, sondern erst 3 Wochen später sein soll, was mich sehr verwirrte und was ich noch prüfen sollte bevor der nächste Donnerstag
eintritt.

Das Stellenangebot welches mir zugeschickt wurde, war als Produktionsarbeiter in St.Pölten (soweit ich das rauslesen konnte) in der dritten und vierten Schicht. Es stand ausdrücklich darauf, dass ein eigenes Kraftfahrzeug für diesen Beruf notwendig sei, wenn man nicht in St.Pölten wohnt, welches ich nicht besitze, und das etwa 8,53€ brutto / Stunde dafür bezahlt werden würde.

Als ich die Wegstrecke grob über den Daumen berechnete fiel mir auf, dass ich alleine 1 Stunde mit der Bahn fahren müsste (Der Weg zur Bahn nicht mitgerechnet), mir die Fahrkarten über 18€ kosten würden und das die letzte Bahn um 19:10 und die erste um 5:08 fahren würde. Ich war entsetzt, dass dies das einzige war, was das AMS mir zumuten konnte, da ich sehr viele verschiedene Ausbildungen bereits hinter mir habe und diese Arbeit eindeutig unzumutbar für mich sei. Eine klarstellende Antwort habe ich bis jetzt nicht erhalten, aber dafür zwei weitere Stellenangebote.

Eines war eine Vorauswahl als Haustechniker (40std für 1450€) was sich äusserst gut angehört hat, jedoch
leider bereits vergeben war. Wieso weiß das AMS nicht ob eine eigene Vorauswahl bereits zu Ende ist und
der Job bereits vergeben?

Egal es war ja noch ein zweites Angebot dabei. Im Wiener Würstelprater, ausgeschrieben als Kassakraft für Vollzeit 1012 € im Monat. Natürlich habe ich mich sofort beworben und es wäre sogar zu einem Vorstellungsgespräch gekommen, wenn da nicht das Problem gewesen wäre das es keine Stelle als Kassakraft, sondern eine als Entertainer / Moderator gehandelt hat. Ich hätte in diesem Job (von 10:00 bis 23:00 Uhr Mo. Bis So.) ein Glückspielmoderator sein sollen, wie man Sie auch im Fernsehen kennt bei den dubiosen nächtlichen Glückspielsendungen.

Als ich der Dame mitteilte das ich sehr nervös werde wenn ich in der Öffentlichkeit frei reden muss und schnell den faden verliere, antwortete Sie mir das alle Stellen als Kassakraft bereits vergeben seien und dies die einzige offene Stelle sei, die Sie mir anbieten könnte. Merkwürdig, da ich mich ja auch als Kassakraft beworben habe und die Stelle auch als solche ausgeschrieben war. Ich bin schon sehr gespannt welch neue Abenteuer ich beim AMS Esteplatz erleben darf und vielleicht schreibe ich sie auch wieder nieder.