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Kärnten

Arbeitstrainings als Gratis-Probezeit für Unternehmen? Die Volksanwaltschaft will nichts finden ...

Aktiver Admin am Mi., 06.02.2019 - 19:46

Eine Arbeit Suchende Person machte in letzter Zeit auffallend oft die Erfahrung, dass Unternehmen als Bedingung für einen Job ein mehrmonatiges Arbeitstraining, bei dem mensch weiter den AMS-Bezug bekommt und eben nicht nach Kollektivvertrag a

Bit Schulungscenter Villach: Statt "Verkaufstraining mit Italienisch" Psychospiele und neoliberale Gehirnwäsche

Gast am So., 01.01.2017 - 19:11
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Frühjahr 2016

Schönen Nachmittag,

ich habe mich auf den Kurs "Verkaufstraining mit Italienisch"  bei "bit"-Group Schulungscenter Villach, gefreut. Meine Erwartungen waren fachbezogen auf Verkauf, Marketing oder Produktpräsentationen - in italienischer Sprache - so wie das im AMS-Katalog angeboten wird.

Die Realität zeigt etwas anderes, denn der Kurs enthält einen großen Anteil an "Psychospielen" in Form a von Kreisspielen wo wir z.B. mit einem Schaumstoffwürfel und einer Stoffpuppe spielten - die Stoffpuppe hatte den Namen "Pagro" und der Schaumwüfel hatte den Namen "Magro".

Wir mussten das Spielzeug im Kreis weiter reichen und dem Partner das Spielzeug immer namentlich vorstellen woraufhin der Partner nochmals nachfragen musste "wie heißt das?". Wir mussten dann wiederholen "das ist der "Magro"-  wir mussten das Spielchen mehrere Runden durchspielen bis wir alle "keinen Plan" mehr hatten, da das "Verwirrspiel" gleichzeitig in 2 Richtungen stattgefunden hatte. Man fühlt sich verblödet!

Das sollte ein Konzentrationstraining sein, teilte die Trainerin mit. Wir empfinden das aber eher energieraubend und am Thema vorbei - wir erwarten fachliche Wissenserweiterung in Theorie und Praxis z.B. eigene Produktpräsentationen oder Preisgestaltungen.....

Ich fragte ob diese Kreisspiele nur jetzt zu Beginn des Kurses gemacht werden- die Antwort war, dass  diese täglichen Kreisspiele und Teamworks mit ständigem Teilnehmerwechsel, fixer Bestandteil des Kurses sind und wenn mir das nicht behagt, dann könne ich jederzeit austreten -  fachliche Theorie und Praxis würde in diesem Kurs nicht so im Vordergrund stehen, sagte die Trainerin, da wir für den "Arbeitsmarkt" trainiert und flexibel gemacht werden sollten. Abschiessend sagte sie zu mir, dass man in der "Sozialen Sicherheit" sonst nur zur Trägheit neigen würde.

Ich meldete die Situation sofort  beim AMS und der Geschäftsstellenleiter teilte mir mit, dass er das rückfragen werde.

Er bestätigte mir auch, dass seit ein paar Jahren viele Fachkurse  Kreis-und Psychospiele beinhalten - das  war "vorher" nicht  der Fall.
Ich hatte in meinen bisherigen Fachkursen in Wien auch keine Kreisspiele oder Psychospiele. Ich persönlich halte nichts von erzwungener Gruppendynamik, da ich die Erfahrung gemacht habe, dass sich ein Team ganz natürlich einspielt - ohne Einfluss von Aussen - indem man sich auf natürliche Art und Weise aneinander gewöhnt - das war früher auch immer so!

Deshalb finde ich, dass im Kurskatalog des AMS, die Kurse ganz genau deklariert werden  sollten und dass die "umstrittenen" Kreis- und Psychospiele aufgelistet werden sollten - damit man vorher schon Bescheid weiss worauf man sich einlässt oder den Kurs gar nicht auswählt. Es sollten auch Kurse ohne Kreis- und Psychospiele angeboten werden.

Laut AMS-Geschäftsstellenleiter Villach ist nicht ganz klar wie hoch der Anteil in Prozent mit Kreis- und Psychospielen  ein Fachkurs überhaupt enthalten darf und ob man von den Trainern dazu gezwungen werden darf. Er muss das rückfragen und überprüfen, teilte er mir mit  - er meinte, dass die Firma "Bit Group Schulungscenter"  "zertifiziert"  sei  und das AMS verlässt sich darauf, ausser die Praxis sieht anders aus - so wie in meinem Fall - dann wird das überprüft und hinterfragt.

LG von Anna

Wunsch nach persönlicher Abgabe der Berwerbungsunterlage bei Vorauswahl als Vereitelung?

Aktive Arbeits… am Sa., 26.11.2016 - 19:08
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Ein Bericht von Aktive Arbeitslose Kärnten (Juli 2016)

Herr K.  war nach fast einem dreiviertel Jahr wieder bei unserem Treffen und berichtete von seinen Erfahrungen. Nachdem er Ende 2015/Anfang 2016 in der "Contrapunkt"-Zuweisung die erste Bezugssperre ausgefasst hatte, berichtete er von einer weiteren Sperre und von einer aufschiebenden Wirkung, die die Sperre vorübergehend aufhebt, bis der Bescheid nach vier Wochen eintrifft. Danach ist eine Teilzahlung möglich, also eine Ratenzahlung, die von der Notstandshilfe abgezogen wird, bis der Betrag der Sperrdauer abgezahlt ist.

Herr K. hatte vom AMS eine Stellenausschreibung im Rahmen einer AMS-Vorauswahl erhalten. Er wollte seinen Lebenslauf nicht in digitalisierter Form per E-mail an Frau Petra H. senden, sondern diesen lieber in schriftlicher Form (Briefform) abgeben und hätte auch sofort bei der ausschreibenden Firma vorstellig werden können und wollen. Frau H. vom AMS Klagenfurt teilte ihm aber mit, dass diese Vorgehensweise des direkten Vorstelligwerdens nicht im Interesse des Dienst- bzw. Arbeitgebers und des AMS seien. Frau H. hätte auch beim Dienstgeber anrufen und diesem mitteilen können, dass es einen Bewerber gibt, der auf Datenschutz grossen Wert legt und seine Unterlagen persönlich vorbei bringen möchte.

Bei seinem nächsten Termin bei seinem Betreuer R. W. wollte sein Betreuer wissen, ob er sich schon vorgestellt hätte. Klaus schilderte dann die Gründe, warum er nicht dort war und bezog sich auf die Aussage von Frau H.. Herr W. legte dies als Vereitelung aus und fertigte eine Nederschrift an. Danach folgte die zweite Bezugssperre.

Herr K. ließ sich einen Datenauszug vom AMS machen und stellte fest, dass auf den 43 Seiten des Datenauszugs das Protokoll von Herrn W. mit der „Vereitelung“, die letztendlich keine war, und auch die Aussage von Frau H., dass eine direkte Vorstellung nicht im Sinne des AMS aufgrund der Vorauswahl ist, fehlte.

Das war der letzte Status der „AMS-Vorauswahl“-Affäre. Herr W. wies Herrn K. noch darauf hin, dass er nach der dritten Sanktion für acht Wochen gesperrt werden und danach keine Notstandshilfe mehr erhalten würde. Die Anwartschaft würde also verloren gehen. Er müsste dann wieder 6 Monate arbeiten, damit eine neue Anwartschaft erfüllt wird.

Herr K. hat beim Treffen die Frage aufgeworfen, ob es eine Rolle spielt, wenn man eine generelle oder temporäre Arbeit innerhalb eines Jahres oder eines Geschäftsfalles „verweigert“. „Temporäre“ oder „generelle“ Arbeit meint eine Arbeit, die man so nicht machen will, aber stattdessen eine machen wollte, wofür man die Voraussetzungen und Qualifikationen mitbringt.

Herr K.  wies darauf hin, dass in Frankreich die dortigen Arbeitsagenturen (AMS)-Berater sich weigern, Sanktionen auszuführen, weil diese unmenschlich sind. Auch in Deutschland ist Inge Hannemann eine Kritikerin und Gegnerin der Hartz-4-Sanktionen und hat eine eigene Plattform „Sanktionsfrei“ und einen Webblog gegründet. Mit ihrer Plattform „Sanktionsfrei“ möchte sie die Hartz-4-Sanktionen endgültig abschaffen.

Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen geben den AMS-Beraterinnen und -Beratern offensichtlich eine grosse Machtposition und diese machen, was sie wollen. Der menschliche Aspekt scheint ihnen völlig gleichgültig zu sein.

Anmerkung Aktive Arbeitslose Österreich: Entsprechend § 31 Abs. 2 AMSG hat das AMS bei der Erfüllung seiner Aufgaben "angemessenen Ausgleich der Interessen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer" anzustreben, weshalb es entgegen der letzten Rechtsprechung zur Jobvorauswahl eben nicht völlig an Stelle des Unternehmens treten kann und daher auch beim Verhalten gegenüber dem AMS die gleichen Massstäbe in Bezug auf Vereitelung anzuwenden wäre, wenn Fehler gegenüber dem AMS ausgeglichen werden können. Die Aufgabe des AMS ist ja die Vermittlung der Versicherten in eine Arbeit und nicht diesen durch Bezugssperren Schaden zuzufügen!

Verweigerung der Zustimmungserklärung zur Datenweitergabe rechtswidrigerweise als "Verweigerung" gewertet

Aktiver Admin am Di., 27.09.2016 - 11:19
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Hallo,

ich hatte nun nach dem ersten Vorstellungsgespräch bei Neue Arbeit Ende Juli (blieb für 1 Monat ohne Ergebnis da Sie mit meiner Kniesituation unsicher waren) letzten Mittwoch mein zweites Vorstellungsgespräch.

Fr. L. erklärte mir das Sie mir nicht garantieren könne ob ich dieses Jahr noch anfangen könne. Und wenn, das ich bis zum Ende des Jahres in Vorbereitungsmassnahme wäre und erst zum Start des neuen Kalenderjahres in ein "reguläres" DV übernommen worden wäre.

Hatte zugestimmt (da eh ohne Alternative um nicht als Arbeitsunwillig abgestempelt zu werden) - Bis Fr. L. meinte das ich Abschliessend die Zustimmungserklärung zur Datenweitergabe unterschreiben solle.

Ich lese es mir durch - und frage ob ich es mir, gerne auch in Kopie - mitnehmen könne mich zu informieren- ich bin vorsichtig mit Daten.

Fr. L. meinte das ich mir keine Sorgen machen solle es gehe nur um die Kommunikation zwischen AMS und SÖB sowie ggf SOZI.

Ich sagte dann das ich das hier und heute nicht unterschreiben kann - woraufhin Sie fett "Abgelehnt" aufs Formular schrieb und meinte das das nun alles hinfällig sei.

Meine Frage ob das nun für mich Konsequenzen hätte meinte Sie " Sie weiss nicht "

Generell waren die 2 Vorstellungsgespräche von einem leicht neckischen und unfreundlichem Ton ihrerseits geprägt.

Wollte sofort danach zu meiner Beraterin um Ihr Bericht zu erstatten (war baff vom eben passierten)

Das googeln zuhause gab mir das Gefühl im Recht zu sein (sofern die VwGH Erkenntnisse noch aktuell sind) :

"Was passiert, wenn ich keine Zustimmung zur Datenweitergabe gebe?

Laut Verwaltungsgerichtshof haben Sie das Recht dazu, eine Zustimmungserklärung zur Datenweitergabe zu verweigern! (VwGH GZ 96/08/0042 RS 4GZ 96/08/0308 RS 4)
Datenweitergabe durch einen Arbeitgeber verletzt zudem nicht nur Datenschutzgesetz sondern laut Arbeitsrecht auch die Fürsorgepflichten des Arbeitgebers! " 

(Quelle: http://www.arbeitslosennetz.org/arbeitslosigkeit/rechtshilfe/transitarbeitsplaetze_fragen_vorstellungsgespraech_soeb_gbp.html )

Ist meine Einschätzung richtig das ich wahrscheinlich keine Sanktionierung zu erwarten habe ?

Seltsames Vorstellungsgespräch bei GPS Kärnten: nur niedere Hilfsjobs und strikte Geschlechtersterotypen

Aktive Arbeits… am Mo., 04.04.2016 - 23:48
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Aufgrund einer Zuweisung durch meinen AMS-Berater, Herrn G., nahm ich, Irmgard Unterber­ger, am 29.01.2016 einen Vorstellungstermin bei GPS-Kärnten in Klagenfurt wahr. Herr G. hat­te bei meinen letzten Kontrolltermin am … mich mit den Worten „Wir hätten da etwas für Sie, Hilfskraft für Büroreinigung und Produktion“, zu erwähnter Firma zu einem Vorstellungsgespräch zugewiesen. Ich erhielt keine konkrete Beschreibung von Stellenangeboten bei GPS, sondern ledig­lich einen Folder mit einer Firmenbeschreibung und schlagwortartig angeführten Tätigkeitsfeldern, die dort geboten werden.

Das Vorstellungsgespräch bei GPS-Kärnten fand um 9 Uhr statt. Ich war bereits um 8.50 Uhr im Se­kretariatsbüro. Insgesamt dauerte mein Aufenthalt im GPS-Gebäude eineinhalb Stunden, davon wurden mehr als 20 Minuten für die Bearbeitung eines internen Bewerbungsbogens aufgewendet.

Obwohl ich meinen ausführlichen Lebenslauf mitgenommen hatte, musste ich meine letzten 12 oder 13 Arbeitsstellen in den Bewerbungsbogen eintragen. Da der Platz auf diesem Formular nicht aus­reichte, bat ich die Sekretärin um ein Blatt Papier, das ich dann von ihr erhielt, um alle Arbeitsstel­len anführen zu können. Die Angaben mussten detailliert eingetragen werden, auch die Kündi­gungsgründe.

Danach führte eine andere Dame, deren Name mir nicht bekannt ist, mit mir das Vorstellungsge­spräch. Obwohl sie als Jobinterviewerin meinen Lebenslauf und den Bewerbungsbogen für sich hat­te, fragte sie mich sogleich nach meiner Tochter, wie alt sie sei und wo sie wohne. Ich sagte, dass meine Tochter erwachsen wäre und dass ich keinen Kontakt mehr zu ihr hätte.

Ich war trotz der fehlenden Stellenbeschreibung und einer vagen Bezeichnung der Tätigkeitsfehler durch Herrn G. in der Hoffnung und mit der Motivation zum Vorstellungsgespräch bei GPS ge­gangen, eine konkrete Stelle in der Produktion annehmen zu können. Da ich vor drei Jahren an der linken Schulter operiert wurde, strebe ich eine leichte Produktionstätigkeit an, für die ich durch mei­ne langjährige Berufserfahrung im ausführenden technischen und handwerklichen Bereich qualifi­ziert bin.

Stattdessen erfuhr ich von der Jobinterviewerin, dass es bei GPS nur die Möglichkeit gäbe, im Reinigungs- oder Küchendienst eingesetzt zu werden. Frauen würden bei GPS Kärnten nur für das Putzen und Kochen eingesetzt, Männer für Gartenarbeiten und Schneeschaufeln.

Dann fragte mich die Jobinterviewerin, was ich „vom Putzen halten“ würde. Ich sagte, dass ich vorrangig eine Produktionstätigkeit anstrebe, aber mir vorstellen kann, auch spezifische Reinigungstätigkeiten durchzuführen, wenn sie meiner bisherigen Praxis entsprechen, d.h. Autopflege und spezifische Grobreinigungsarbeiten. Die Reinigungstätigkeiten habe ich also nicht dezidiert abgelehnt, sondern lediglich betont, dass ich als Produktionsarbeiterin oder technische Hilfskraft arbeiten möchte.

Gegen Ende des Vorstellungsgesprächs fragte mich die Jobinterviewerin noch, was ich meinem Be­rater über das Vorstellungsgespräch berichten werde, denn ihrer Ansicht nach hätte ich die Reini­gungstätigkeit abgelehnt.

Kommentar Aktive Arbeitslose Kärnten:

Weder von Herrn G. noch der Jobinterviewerin bei GPS wurde mir zu besagten Terminen ein konkretes Stellenangebot (mit den verpflichtenden Angaben über Beruf, Tätigkeitsbeschreibung, Arbeitszeit, Bezahlung) vorgelegt. Es wurden mir lediglich Tätigkeitsbereiche beschrieben. Ich kann also keine Stelle ablehnen, die es als solche gar nicht gibt.

Die von der Jobinterviewerin erwähnte Zuteilung von Frauen für den Reinigungs- und Küchenbe­reich und Männern zu Gartenarbeiten und Schneeräumung stellt eine sexistische Diskriminierung dar, weil ja auch Tätigkeitsbereiche bzw. die in weiteren daraus konkretisierten Arbeitsstellen für beide Geschlechter ausgeschrieben sein müssen.

Im Vorstellungsgespräch wurden weniger fachliche, kompetenzorientierte als vielmehr persönliche Fragen zum familiären Hintergrund gestellt (Fragen über meine Tochter), der allgemein für eine Ar­beitsaufnahme und für die angeführten Tätigkeitsbereiche irrelevant ist.

Vorstellungsgespräch beim unflexiblen GPS Kärnten: Sexistische Rollenbilder und nur niedrige Hilfsarbeiten (Jänner 2016)

Aktiver Admin am Fr., 01.04.2016 - 20:19
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Kommentiertes Protokoll über das Vorstellungsgespräch am 29.01.2016 bei der Firma GPS-Kärnten/Klagenfurt

Aufgrund einer Zuweisung durch meinen AMS-Berater, Herrn G., nahm ich am 29.01.2016 einen Vorstellungstermin bei GPS-Kärnten in Klagenfurt wahr. Herr G. hat­te bei meinen letzten Kontrolltermin am … mich mit den Worten „Wir hätten da etwas für Sie, Hilfskraft für Büroreinigung und Produktion“, zu erwähnter Firma zu einem Vorstellungsgespräch zugewiesen. Ich erhielt keine konkrete Beschreibung von Stellenangeboten bei GPS, sondern ledig­lich einen Folder mit einer Firmenbeschreibung und schlagwortartig angeführten Tätigkeitsfeldern, die dort geboten werden.

Das Vorstellungsgespräch bei GPS-Kärnten fand um 9 Uhr statt. Ich war bereits um 8.50 Uhr im Se­kretariatsbüro. Insgesamt dauerte mein Aufenthalt im GPS-Gebäude eineinhalb Stunden, davon wurden mehr als 20 Minuten für die Bearbeitung eines internen Bewerbungsbogens aufgewendet. Obwohl ich meinen ausführlichen Lebenslauf mitgenommen hatte, musste ich meine letzten 12 oder 13 Arbeitsstellen in den Bewerbungsbogen eintragen. Da der Platz auf diesem Formular nicht aus­reichte, bat ich die Sekretärin um ein Blatt Papier, das ich dann von ihr erhielt, um alle Arbeitsstel­len anführen zu können. Die Angaben mussten detailliert eingetragen werden, auch die Kündi­gungsgründe.

Danach führte eine andere Dame, deren Name mir nicht bekannt ist, mit mir das Vorstellungsge­spräch. Obwohl sie als Jobinterviewerin meinen Lebenslauf und den Bewerbungsbogen für sich hat­te, fragte sie mich sogleich nach meiner Tochter, wie alt sie sei und wo sie wohne. Ich sagte, dass meine Tochter erwachsen wäre und dass ich keinen Kontakt mehr zu ihr hätte.

Ich war trotz der fehlenden Stellenbeschreibung und einer vagen Bezeichnung der Tätigkeitsfehler durch Herrn G. in der Hoffnung und mit der Motivation zum Vorstellungsgespräch bei GPS ge­gangen, eine konkrete Stelle in der Produktion annehmen zu können. Da ich vor drei Jahren an der linken Schulter operiert wurde, strebe ich eine leichte Produktionstätigkeit an, für die ich durch mei­ne langjährige Berufserfahrung im ausführenden technischen und handwerklichen Bereich qualifi­ziert bin.

Stattdessen erfuhr ich von der Jobinterviewerin, dass es bei GPS nur die Möglichkeit gäbe, im Reinigungs- oder Küchendienst eingesetzt zu werden. Frauen würden bei GPS Kärnten nur für das Putzen und Kochen eingesetzt, Männer für Gartenarbeiten und Schneeschaufeln.

Dann fragte mich die Jobinterviewerin, was ich „vom Putzen halten“ würde. Ich sagte, dass ich vorrangig eine Produktionstätigkeit anstrebe, aber mir vorstellen kann, auch spezifische Reinigungstätigkeiten durchzuführen, wenn sie meiner bisherigen Praxis entsprechen, d.h. Autopflege und spezifische Grobreinigungsarbeiten. Die Reinigungstätigkeiten habe ich also nicht dezidiert abgelehnt, sondern lediglich betont, dass ich als Produktionsarbeiterin oder technische Hilfskraft arbeiten möchte.

Gegen Ende des Vorstellungsgesprächs fragte mich die Jobinterviewerin noch, was ich meinem Be­rater über das Vorstellungsgespräch berichten werde, denn ihrer Ansicht nach hätte ich die Reini­gungstätigkeit abgelehnt.

Kommentar Aktive Arbeitslose Kärnten:

Weder von Herrn G. noch der Jobinterviewerin bei GPS wurde mir zu besagten Terminen ein konkretes Stellenangebot (mit den verpflichtenden Angaben über Beruf, Tätigkeitsbeschreibung, Arbeitszeit, Bezahlung) vorgelegt. Es wurden mir lediglich Tätigkeitsbereiche beschrieben. Ich kann also keine Stelle ablehnen, die es als solche gar nicht gibt.

Die von der Jobinterviewerin erwähnte Zuteilung von Frauen für den Reinigungs- und Küchenbe­reich und Männern zu Gartenarbeiten und Schneeräumung stellt eine sexistische Diskriminierung dar, weil ja auch Tätigkeitsbereiche bzw. die in weiteren daraus konkretisierten Arbeitsstellen für beide Geschlechter ausgeschrieben sein müssen.

Im Vorstellungsgespräch wurden weniger fachliche, kompetenzorientierte als vielmehr persönliche Fragen zum familiären Hintergrund gestellt (Fragen über meine Tochter), der allgemein für eine Ar­beitsaufnahme und für die angeführten Tätigkeitsbereiche irrelevant ist.

Ob diese einfachen Hilfstätigkeiten Menschen wieder in den "ersten Arbeitsmarkt" integrieren, ist mehr als zweifelhaft.