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AMS-Kurse (Schulungen)

Die Berater: AMS-Kurs für Wirtschaftsenglisch: Kein Datenschutz

Aktive Arbeits… am Mi., 12.02.2014 - 23:41
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Sehr geehrte Damen & Herren der Volksanwaltschaft!

Im Zuge der aktuellen Diskussion um datenschutzrechtliche Unklarheiten bei Einrichtungen der Erwachsenenbildung, insbesondere der „Zulieferer“ des Arbeitsmarktservice, möchte ich an dieser Stelle eine Beobachtung schildern, die ich selbst gemacht habe. Vorweg muss ich aber dazusagen, dass es nicht um sensible Daten geht (wie um die Ergebnisse psychologischer Tests im Falle des kürzlich aufgedeckten Versäumnisses des bfi Salzburg), sondern um Daten, die üblicherweise in Lebensläufen vorkommen (Bild der Person, Name, Wohnsitz, Kontaktmöglichkeiten, etc.). Nichtsdestoweniger scheint mir der Umgang mit persönlichen Daten im nachfolgend beschriebenen Fall gröblich vernachlässigt worden zu sein.

Vom *. *. 2013 bis zum *. *. 2013 war ich Teilnehmer in einem Kurs für Wirtschaftsenglisch beim Institut „Die Berater“ in 40** *. Die Nachmittagseinheiten waren selbstständigen Bewerbungsaktivitäten gewidmet, bei denen die TeilnehmerInnen (nachvollziehbarerweise) wenig bis gar nicht kontrolliert worden sind.

Es gab freien Zugriff (Zugangsdaten sind zu Kursbeginn allen TeilnehmerInnen bekannt gegeben worden) auf einen bestimmten Teil des internen Netzwerks. Ein Kollege hat an irgendeinem Tag zufällig einen Ordner im allgemein zugänglichen Laufwerk gefunden, in dem Lebensläufe und Portraits von TeilnehmerInnen eines anderen Kurses gespeichert waren.

Die Tragweite dessen, was mir damals zugegebenermaßen nur als ein Anlass zum „Blödeln“ erschienen ist, wird mir durch den aktuellen Fall des bfi Salzburg erst richtig bewusst. Es sind keinerlei Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden, die genannten Dateien nur den zugehörigen Personen zugänglich zu machen. Niemand weiß, wie lange diese Dateien im allgemeinen Laufwerk verfügbar waren, aber es reicht schon eine kurze Zeitspanne. Es hätte theoretisch jede x-beliebige Person somit Name, Wohnsitz, Kontaktmöglichkeit, sowie ein Bild der Person (mit etwas psychologischem Geschick sogar eine Art Persönlichkeitsprofil aufgrund der sonstigen Angaben im Lebenslauf) runterladen und beliebig verbreiten können.

Was Portraits betrifft, so darf man annehmen, dass die abgebildete Person gerade in einem Lebenslauf besonders attraktiv erscheinen will. So müsste gerade für Frauen, insbesondere für junge, die Vorstellung sehr unangenehm (wenn nicht „zum Fürchten“) sein, dass potentielle Stalker, Gewalttäter oder auch nur pubertierende Scherzkasperln wissen, wie sie aussehen, wie sie telefonisch erreichbar sind und wo sie sich gewöhnlich aufhalten. Im Lichte dieser Betrachtung dürfte es nachvollziehbar sein, dass ich hier, obwohl (vermutlich) keine sensiblen Daten nach DSG vorliegen, den Datenschutz auf jeden Fall als verletzt betrachte. Noch dazu, wo man annehmen darf, eine Ermächtigung der Datennutzung würde sich ausschließlich auf die jeweilige Kursmaßnahme beziehen. Und ganz sicher nicht auf möglichen Zugriff und Verbreitung durch völlig unbekannte Personen.

Obwohl ich es nicht beweisen kann, nehme ich an, dass es sich hier keineswegs um einen Einzelfall der Unvorsicht handelt. Ebenso gehe ich davon aus, dass die verantwortlichen Personen im Arbeitsmarktservice von solchen Nachlässigkeiten Bescheid wissen, aber nicht dagegen vorgehen. Und zwar, weil einfach kein Grund dazu besteht. Gerade Personen, die auf dem Arbeitsmarkt sowieso einen schweren Stand haben, wollen sich wahrscheinlich nicht unnötig dem Vorwurf einer Vereitelungshandlung aussetzen und somit eine Bezugssperre riskieren.

Meiner Meinung nach sollte das Thema von jemandem, der öffentliche Aufmerksamkeit genießt, deutlich angesprochen werden. Nicht zuletzt deswegen, weil sich datenschutzrelevante Auffälligkeiten in der beschrieben Größenordnung relativ einfach beheben lassen. Und um klarzustellen, dass auch bei nicht-sensiblen Personendaten auf einen sorgsamen Umgang zu achten ist.

An dieser Stelle bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit und hoffe, dass Ihnen dieser Bericht eine Hilfe war, um noch mehr Licht auf den teilweise haarsträubenden Umgang mit erwerbslosen Personen zu richten. Falls Sie Fragen haben, erreichen Sie mich unter der Tel.-Nr. ***** bzw. der E-Mail-Adresse *****. Ich ersuche abschließend noch, dass ich bei allfälliger Verwertung dieses Berichts nicht namentlich genannt werde und meine Kontaktdaten nicht öffentlich bekannt gegeben werden.

Somit verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen,

T* H*

ZARA-Lehrgang beruflich nicht sinnvoll?

Aktiver Admin am Mo., 11.03.2013 - 14:56
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11.3.2013

Hallo!

Mir ist gerade eine Sache passiert, die ich doch recht bemerkenswert finde und daher mit euch bzw. generell mit anderen Erwerbsarbeitslosen teilen möchte:

Ich suche seit Jahren vergeblich einen Job als RedakteurIn. Nachdem mir das AMS mitgeteilt hat, dass wieder einmal ein Kurs fällig wird, habe ich darauf hingewiesen, dass ich gerne den ZARA Antirassismus Lehrgang besuchen möchte. Geht nicht, meinte das AMS, weil der Lehrgang nicht den formalen Kriterien entspricht. Ich habe schon vorher gehört, dass so etwas auch anderen Erwerbsarbeitslosen immer wieder passiert.

Im Gespräch mit meiner Beraterin habe ich dann aber erfahren, dass es eine Option gibt: Wenn ich in einem Motivationsschreiben gegenüber dem Regionalbeirat (ein Gremium aus ArbeitgeberInnen- und ArbeitnehmerInnen-VertreterInnen) stichhaltig, das heißt auch mit Quellen, belegen kann, dass der Kurs meinem beruflichen Vorankommen nutzt, dann sieht das AMS vielleicht davon ab, dass der Kurs nicht den formalen Kriterien entspricht und bewilligt den Kurs. So weit so gut.

Ich habe selber nicht begriffen, wie ich das plausibel argumentieren soll und habe in dem Motivationsschreiben stattdessen hervorgehoben, dass der Lehrgang von ZARA einen wichtigen Beitrag für das Handwerkzeug von JournalistInnen leistet. Die Antwort des AMS war: Mein Begehren wurde abgelehnt, mit der Begründung, dass es „überwiegend im Eigeninteresse“ sei. Dagegen habe ich einen Einspruch eingelegt und dieses Mal argumentiert, dass die Annahme des „Eigeninteresses“ nicht richtig sei, weil mir der Antirassismus Lehrgang schließlich dabei helfen könne, einen Job zB bei SOS Mitmensch zu finden.

Nun habe ich heute wieder ein Gespräch mit meiner Beraterin gehabt. Sie meinte, dass der Lehrgang nicht in Frage komme, aber ich hätte eine Chance auf Bewilligung gehabt, wenn ich plausibel einen „Karriereplan“ entworfen hätte. Das heißt, ich hätte deutlicher machen sollen, wo ich hin will (als JournalistIn arbeiten) und wie ich mir den Weg dorthin vorstelle (also welche Ausbildung und eben auch welche Kurse dafür unbedingt notwendig sind).

Wenn ich belegen hätte können, dass der ZARA Antirassismus Lehrgang ein wichtiger Teil dieses „Karriereplanes“ sei, dann hätten sie mir den Lehrgang viel eher bewilligt, so meine Beraterin. Stattdessen hat sie mich nun sehr flink in einen Sprachkurs gesteckt (der übrigens fast doppelt so teuer ist wie der ZARA Lehrgang).

Was ich mich nun frage: Wenn man einerseits mühsam und plausibel nachweisen muss, warum ein bestimmter Lehrgang beruflich sinnvoll ist – warum wird man dann andererseits so schnell und unkompliziert in einen Kurs gesteckt, bei dem die Sinnhaftigkeit aus beruflicher Sicht auch eher fragwürdig ist und jedenfalls nicht plausibel gemacht werden muss?

Auch würde mich interessieren, ob es überhaupt ein verbreitetes Wissen unter Erwerbsarbeitslosen gibt, welche Optionen offen stehen, für den Fall, dass man so wie hier einen Kurs gefunden hat, der inhaltlich passt, aber eben nicht formal (mir scheint nämlich, dass ich das mit dem Motivationsschreiben eher zufällig im Gespräch mit meiner Beraterin erfahren habe)?

Lg

Sascha

Empörung über seltsame AMS-Kurse für Arbeitslose: Internet-Schulung für Computer-Profi

Aktiver Admin am Fr., 11.08.2006 - 14:53
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(11.8.2006) Der „"Heute"-Bericht über Kurse des AMS, bei denen Eierwurf-Maschinen gebastelt und Sex-Themen besprochen werden, hat für Aufsehen gesorgt. Leser schickten weitere Beispiele für ihrer Meinung nach sinnlose Schulungen. Widerstand ist zwecklos: Wer die Kurse nicht besucht, erhält keine Arbeitslosenunterstützung.

„Meine Tochter musste auch eine Eierwurf-Maschine konstruieren. Ich habe genug psychologisches Wissen, dass ich den Sinn eines solchen Kurses sehr in Frage stellen muss“, schreibt eine verärgerte „Heute“-Leserin aus Wien.

Ein anderer Leser empört sich darüber, dass er als Computer-Profi einen Kurs zum Thema „e-Learning“ machen muss. „Ein Deppenkurs, und das AMS konnte mir nicht einmal genau sagen, worum es da geht“, klagt der Leser.

In einem weiteren Fall sollte einem Arbeitssuchenden, der seit Jahren am Computer arbeitet, erklärt werden, wie man den PC ausschaltet.

Das AMS weist die Kritik an der Sinnlosigkeit der Kurse stets zurück. Sie seien notwendig, um Jobsuchende auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Dass es nur um die Statistik geht, wird natürlich vereint: Wer in den Kursen ist, scheint nicht als arbeitslos auf. Derzeit sitzen 50.000 Arbeitslose in Schulungen.

Tipp: schreibt LeserInnenbriefe!