Sorry, you need to enable JavaScript to visit this website.

Erwerbsarbeitslose und Gewerkschaften: Ein gespanntes Verhältnis – Braucht es eine eigene Arbeitslosengewerkschaft? Wenn ja, wie viele?

Aktive Admin am Sa., 01.05.2021 - 11:44

Einreichung momentum21, Track 4: „ArbeiterInnenbewegung: Klasse - Kampf – Kooperation“

Mag. Ing. Martin Mair und Karin Rausch
„Aktive Arbeitslose Österreich“ und „Vita Acitiv – Akademie für angewandte Arbeitslosigkeit“

Ursprünglich waren Erwerbsarbeitslose ein integraler Bestandteil der Arbeiter*innenbewegung. Die erste gewerkschaftliche Organisation in Österreich wurde 1842 von den Druckern in Niederösterreich und Wien als Unterstützungsverein gegründet und umfasste auch rudimentär eine Arbeitslosenversicherung. Auch die ersten Arbeitsvermittlungen wurden noch von Gewerkschaftsvereinen selbst gemacht. Am 2. Gewerkschaftstag 1896 lehnte eine Resolution zur Abschaffung der Arbeitsbücher auch eine gemeinsame Arbeitsvermittlung mit dem Staat und den Unternehmer ab, am 3. Gewerkschaftstag wurde nach Errichtung erster staatlicher Arbeitsvermittlungen noch mit dem Argument, dass der Staat nur Interesse an Lohndrücker*innen und Streikbrecher*innen habe, eine staatliche Arbeitsvermittlung abgelehnt.

Im Zuge der steigenden Massenarbeitslosigkeit in den 80er Jahren sind zahlreiche Erwerbsloseninitiativen in Deutschland, aber auch einige in Österreich entstanden, für die aufgrund der Beteiligung der Gewerkschaften an den staatlich geregelten Arbeitslosenversicherung eher ein gespanntes Verhältnis zu Gewerkschaften haben.

In unserem Beitrag wollen wir kurz der Frage nachgehen, warum die Gewerkschaften die ursprüngliche Positionen aufgegeben hatte und wie es zur Spaltungen zwischen Gewerkschaften und Erwerbsarbeitslosen kam. Was die Trennungslinien und Gemeinsamkeiten sind bzw. was Gewerkschaften und Erwerbsloseninitiativen voneinander lernen könnten. Welche Argumente für eine eigenständige Erwerbsarbeitslosengewerkschaft sprechen und welche Chancen für die Gewerkschaften eine Erwerbslosengewerkschaft, die sich als Speerspitze einer neuen Arbeiter*innenbewegung positioniert, bringen könnte.

Methodik: Neben Literaturrecherchen sind erste Umfragen bei Erwerbsloseninitiativen und bei Gewerkschaften geplant. Natürlich fließen stark auch eigene Erfahrungen als Gründer*innen der Erwerbslosenselbstorganisation „Aktive Arbeitslose Österreich“ ein.

Schlagworte
Ortsbezug